Zahl der Empfänger von Sozialhilfe steigt
WIESBADEN, 21. August (kna/dpa). Die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 1997 wieder gestiegen. Im Vorjahr hätten rund 2,7 Millionen Menschen Sozialhilfe erhalten, 0,8 Prozent mehr als im Jahr 2000, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Damit habe sich der seit 1998 festzustellende Rückgang der Zahl der Sozialhilfeempfänger nicht fortgesetzt.
Laut Statistikamt blieb die Empfänger- zahl 2001 im früheren Bundesgebiet unverändert; in Ostdeutschland dagegen habe es einen Anstieg um 7,5 Prozent gegeben. Mit 3,3 Prozent habe der Anteil der Sozialhilfeempfänger an der Gesamtbevölkerung dem des Jahres 2000 entsprochen.
Als eine Ursache für den Anstieg bei der Zahl der Empfänger vermuten die Statistiker die höhere Arbeitslosigkeit. Rund 682 000 Sozialhilfeempfänger waren arbeitslos gemeldet, ihre Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um fast sechs Prozent gestiegen. Fast eine Million Minderjährige zähle zu den Sozialhilfeempfängern. 6,4 Prozent aller Kinder und Jugendlichen bekamen die Unterstützung. Bei Menschen ab 65 Jahren lag die Sozialhilfequote bei 1,4 Prozent. Die höchsten Sozialhilfequoten gab es in den Stadtstaaten Bremen (9,2 Prozent) und Berlin (7,7 Prozent). Unter den Flächenländern hatten das Saarland mit 4,3 Prozent und Schloswig-Holstein mit 4,2 Prozent den höchsten Anteil an Bedürftigen.
Quelle: Frankfurter Rundschau. 22.8.02, Seite 4