Sozialabbau in Hessen – Protest des Diozesan-
Caritasverbandes Fulda
Fulda (FZ/bx) Von den Sparplanen des Landes werden Einrichtungen des Diozesan- Caritasverbandes und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) im Bistum mit über 200000 Euro betroffen sein. Wie Caritasdirektor Gerhard Sündermann in einer Pressenotiz betont, seien "Kürzungen bei sozialen Angeboten für gesellschaftlich sowieso schon Benachteiligte ein falsches Signal der Landesregierung".
Winfried MöIler, Geschäftsführer
des Regionalcaritasverbandes, erklärte auf FZ- Anfrage, dass zum Beispiel die
Landesmittel für die Insolvenz- und Schuldnerberatung der Caritas in Fulda von
25000 Euro ganz gestrichen und die Forderung für ihre Suchtberatung und Suchtprävention
um 12000 auf 61000 Euro gekürzt würden. Das Landesgeld für die Psychosoziale
Kontakt- und Beratungsstelle (PSKB) des SkF werde komplett gestrichen.
Natürlich, so Sündermann,
müsse man zu Gunsten der nachfolgenden Generationen vorsorgen. " Wenn die
Leistungen für die sozialen Dienste gekürzt oder gestrichen werden, dann
handelt es sich um kurzfristige Maßnahmen, die allerdings möglicherweise
langfristig zu höheren Kosten führen", gibt Sündermann zu bedenken.
"Jugendliche, die wir nicht jetzt von der Straße bekommen, haben später
kaum noch eine Chance, aus dem Kreislauf von Arbeitslosigkeit, Drogen und
sozialem Abstieg herauszukommen." Weiter hatten die Caritas und ihre
Fachverbande im Bistum einen Anstieg des Beratungsbedarfs für psychisch kranke
Menschen beobachtet, so Sündermann mit Blick auf die geplanten
Mittelstreichungen für die PSKB. Die 100-prozentige Kürzung bei Insolvenz- und
Schuldnerberatung falle in eine Zeit, in der die Zahl überschuldeter Haushalte stetig
steige. "Die Anzahl der eidesstattlichen Versicherungen hat sich für Fulda
seit 1993 um 175 Prozent erhöht.“
Sündermann:
"Man konnte ja vielleicht über die eine oder andere Einsparung noch diskutieren.
Was uns freilich besonders trifft, ist, dass die Freien Wohlfahrtsverbände, die
angeblich ,Partner' in der sozialen Daseinsvorsorge sein sollen, mit keinem
Wort informiert oder in Vorgespräche einbezogen wurden. Es gab also keine Möglichkeit,
sich auf die Kürzungen vorzubereiten, die 2004 greifen sollen." Dies sei
eine " Verletzung der politischen Kultur"; die Sparaktion werde
"mit wenig Fingerspitzengefühl vorgenommen".
Ein Beitrag aus
der Fu/daer Zeitung vom 9. Oktober
2003
www.fuldaerzeitung.de/sixcms/detail.php?id=68513
09.10.03