Erzbischof Marx kritisiert schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen
«Mir fehlt das, was ich eine vernünftige Vision nennen möchte»
München (ddp-bay). Vor dem Hintergrund der schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen in Berlin beklagt der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, Mut- und Ideenlosigkeit der Politik. «Ich habe den Eindruck, dass in der Gegenwart in Politik und Gesellschaft die großen Ideen und die faszinierenden Projekte nicht mehr im Blick sind», sagte Marx dem Bayerischen Rundfunk und betonte: «Mir fehlt das, was ich eine vernünftige Vision nennen möchte.»
Es müsse um mehr gehen als um persönliche Interessen und Vorteile, die man sich von einer Entwicklung erhoffe, forderte der Erzbischof. «Und deswegen brauchen wirkliche Veränderungen, die dann auch die Weltgeschichte und die Geschichte eines Volkes nachhaltig prägen, beides: den emotionalen Aufbruch, das revolutionäre Ereignis, die große Idee und gleichzeitig den langen Atem, die Disziplin des Alltags, das tägliche Bemühen, die notwendigen Schritte zu gehen, auch durch Kompromisse und Umwege hindurch.»
9.10.09
Quelle: http://de.news.yahoo.com/17/20091009/twl-mir-fehlt-das-was-ich-eine-vernuenft-aea69d0_1.html