Eine andere Republik
Die
Kommissionen von Merkel (Herzog) und Schröder (Hartz) zeigen deutlich: Das Parlament
macht sein Arbeit offenkundig schlecht. In Deutschland brauchen wir dringend
demokratisch nicht legitimierte Zirkel zum Vordenken. Denn demokratische
Prozeduren sind zu zeitaufwendig, damit hinderlich und somit heute auch nicht
mehr finanzierbar. Innovative Organisationsberater ohne parteipolitische
Scheuklappen müssen ran, um Zukunftsstrukturen im Staat zu entwickeln. Auch
scheint das Parlament nicht der geeignete Ort zu sein, um Debatten über die
Zukunft des Landes zu führen. Illner, Christiansen und Co. richten das viel
besser. Unser Parlamentarismus ist allem Augenschein nach an seine Grenzen
gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Reform tut daher not.
Statt
Politiker sollten jeweils für vier Jahre McKinsey, Roland Berger oder andere
gewählt werden , um Deutschland zukunftsfest zu machen. Verantwortung für die
Folgen ihrer Reorganisationen brauchen diese Firmen natürlich nicht zu
übernehmen. Statt von Ministern werden Fachressorts effektiv von
Lobbyvertretern geleitet. Die Posten werden in geheimen Runden ausgeklüngelt.
Verbände und Lobbygruppen arbeiten in ihren Organisationen die Gesetze und
Verordnungen aus. Öffentliche Dienstleistungen werden privatisiert und
europaweit ausgeschrieben. Die gesamte Beamtenschaft wird nicht mehr gebraucht
und kann wegrationalisiert werden. Parlament und die Parteien haben sich
überflüssig gemacht. Unsummen an Geld können dadurch eingespart werden. Über
die Lobbygruppen können die frei gewordenen Mittel sofort als Steuersenkung an
Besserverdienende weitergegeben werden.
Alle
vier Jahre kann die Mediengruppe gewählt werden, die nach eigenem Ermessen
exklusiv die Vertreter der Verbände und Lobbygruppen für das Volk interviewt.
Ebenfalls alle vier Jahre wird der Posten des Chefs der Deutschland AG (früher
Bundeskanzler), entsprechend den Marktregeln von Angebot und Nachfrage, an
einen Vertreter der Lobbygruppen verkauft. Der Erfolg der Deutschland AG misst
sich an der Entwicklung des DAX. Sinken die Aktienkurse für Deutschland,
erhalten alle Lobbyisten höhere Tantieme – als Erschwerniszulage. Steigen die
Aktien, gibt es Gewinnbeteiligung. Für unsere Eliten nur das Beste.
Die Lobbygruppen haben die derzeitige Kritik am Wahlverfahren zum Bundespräsident beherzigt. Der Bundespräsident darf in Zukunft vom Volk direkt gewählt werden. Voraussetzung: er muß ein hohes Alter haben, um den wachsenden Anteil der Senioren würdig zu vertreten und dement sein, damit er die Lobbygruppen nicht bei ihrer Arbeit stört. Nur so kann Deutschland einer erfolgreichen Zukunft entgegengeführt werden.
Hans-Albert Link
PS.
Das Unwort des Jahres – Soziale Gerechtigkeit
Vgl. http://www.wir-sind-kirche.de/fulda-hanau/Soziale_Gerechtigkeit_Unwort_des_Jahres.htm