Rürup-Kommission:
Caritas fordert mehr Leistungsgerechtigkeit für Familien
Für deren Sicherung hält es die Caritas für vertretbar, dass besser
situierte Rentner höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen
Der Deutsche Caritasverband (DCV) sieht in den Vorschlägen der Rürup-Kommission
den Auftakt zu der jetzt notwendigen Reform der sozialen Sicherungssysteme. Für
deren Sicherung hält es die Caritas für vertretbar, dass besser situierte
Rentner höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen. Dies ist ein Gebot der
Leistungsgerechtigkeit. Auch die Einführung des demographischen Faktors in die
Rentenformel ist unvermeidlich.
Kritik hingegen übt der DCV an der fehlenden Leistungsgerechtigkeit für
Familien. Die gesetzliche Rentenversicherung benachteiligt Eltern gegenüber
Kinderlosen. Der Grund dafür liegt in der bisher praktizierten Unterbewertung
der Leistung „Kindererziehung“ gegenüber der Leistung „eingezahlte Beiträge“.
Die Rürup-Vorschläge ändern an dieser Ungerechtigkeit nichts. Und dies obwohl
das Bundesverfassungsgericht in mehreren Entscheidungen klargemacht hat, dass
das bestehende Rentenrecht Eltern benachteiligt. Eltern mit mehreren Kindern
fehlt häufig das zweite Einkommen. Sie erwerben damit geringere
Rentenanwartschaften und können die geforderte private Zusatzvorsorge oft nicht
leisten.
Wer Kinder erzieht, sichert die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und der
sozialen Sicherungssysteme. Die Caritas fordert, im Einklang mit den
Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, geleistete Kindererziehung und
finanzielle Beiträge im Rentensystem gleichwertig zu behandeln.
Kontakt: Reiner Sans , Rechtsdirektor, Tel: 07 61/2 00-5 80, E-Mail:
reiner.sans@caritas.de
03.09.2003
Quelle: http://katholische-kirche.de/