Rücktritte
nach Sex-Skandal an Priesterseminar
Wien (AFP) - Der Sex-Skandal im
Priesterseminar von Sankt Pölten zieht weitere Kreise. Der Subregens
(stellvertretende Leiter) des niederösterreichischen Seminars, Wolfgang Rothe,
trat am Montagabend zurück. Er zog damit die Konsequenz aus der Veröffentlichung
von Fotos im Magazin "Profil", auf denen er beim Streicheln und
Küssen von Schülern zu sehen ist.
Auf Beschluss der österreichischen
Bischofskonferenz leitete die Kirche eine interne Untersuchung ein. Die Rufe
nach einem Rücktritt des umstrittenen Bischofs von Sankt Pölten, Kurt Krenn,
wurden lauter.
Die Kirche wolle sich nicht
"hinter dem Problem verstecken", sagte der steirische Bischof Egon
Kapellari, der auch Vorsitzender der Bischofskonferenz ist. Kapellari
distanzierte sich vom erzkonservativen Bischof Krenn, der in der katholischen
Kirche in Österreich weitgehend isoliert ist. Wenn solche Dinge offenkundig
werden, "darf ein Bischof dies nicht verharmlosen, sondern muss
unverzüglich Maßnahmen treffen", sagte Kapellari.
Krenn hatte die auf Fotos dokumentierten
homosexuellen Handlungen im Priesterseminar als "Bubendummheit"
bezeichnet.
In einem Interview forderte
Kapellari, den "Sumpf schleunigst trockenzulegen". Dies würde dazu
beitragen, dass "andere Priester und Priesterkandidaten keinem falschen
Generalverdacht ausgesetzt werden. Pornografie und praktizierte Homosexualität
dürfen in keinem Priesterseminar geduldet werden".
Der Wiener Pastoraltheologe Paul
Zulehner forderte Krenns Rücktritt: Der Bischof sei "krank" und müsse
sein Amt abgeben. Der Vorsitzende der österreichischen Regentenkonferenz, in
der die katholischen Seminarleiter des Landes vertreten sind, legte die Affäre
Krenn persönlich zur Last. Dieser trage die "Verantwortung" für den
Skandal, sagte Martin Walchhofer.
Vor Vize-Schulleiter Rothe war in
der vergangenen Woche bereits der Regens (Leiter) des Pöltener
Priesterseminars, Ulrich Küchl, zurückgetreten. Zuvor hatte die Polizei nach
Angaben von "Profil" in Computern in der Schule etwa 40.000
pornografische Fotos entdeckt, die unter anderem Sexualpraktiken mit
Minderjährigen und mit Tieren zeigten. Nach Informationen des Magazins
unterhielten sowohl der Schulleiter als auch sein Stellvertreter homosexuelle
Beziehungen zu Seminaristen. Die beiden gelten als Vertraute von Krenn.
Die österreichische Justiz leitete
Ermittlungen wegen möglicher Sexualdelikte ein. Nach
"Profil"-Informationen hatte Krenn versucht, die Ermittlungen zu
verhindern. Schon jetzt gilt der Sankt Pöltener Sex-Skandal als größte Affäre
in der österreichischen katholischen Kirche seit dem Fall des Wiener
Erzbischofs Hans Hermann Groer, der 1995 wegen Pädophilie-Vorwürfen abtreten
musste.
13. Juli
2004
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040713/286/445xb.html
Sex-Skandal:
Sankt Pöltener Priester tritt zurück
Wien (AFP) - In der Affäre um
sexuelle Handlungen in einem Priesterseminar im österreichischen Sankt Pölten
ist der stellvertretende Leiter der Schule zurückgetreten. Wolfgang Rothe habe
seinen Posten noch am Montagabend aufgegeben, berichtete die katholische
Nachrichtenagentur Kathpress. Zuvor hatte das österreichische
Nachrichtenmagazin "Profil" Fotos veröffentlicht, die Rothe zeigen,
wie er Schüler streichelt und auf den Mund küsst.
Schulleiter Ulrich Küchl ist auf
ähnlichen Fotos zu sehen. Er hatte sein Amt bereits in der vergangenen Woche
aufgegeben, nachdem die Polizei in Computern in der Schule tausende
pornografische Fotos entdeckt hatte, die unter anderem Sexualpraktiken mit
Minderjährigen und mit Tieren zeigten. Die österreichische Justiz leitete
Ermittlungen wegen möglicher Sexualdelikte ein.
Die beiden Schulleiter stehen dem
erzkonservativen Sankt Pöltener Bischof Kurt Krenn nahe. Dieser hatte die
Existenz eines Fotos eingeräumt, auf dem Rothe einen Schüler küsst, bezeichnete
die Szene aber als "Bubendummheit".
Die österreichische
Bischofskonferenz teilte mit, sie habe eine Kommission eingesetzt, um die
Einzelheiten der Vorgänge in dem Priesterseminar im rund 80 Kilometer westlich
von Wien gelegenen Sankt Pölten aufzuklären. Die Kirche wolle sich nicht
"hinter dem Problem verstecken", sagte der steirische Bischof Egon
Kapellari, der auch Vorsitzender der Konferenz ist
13. Juli 2004
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040713/286/444yt.html