Priesterinnen Weihe auf dem St. Lawrence River im Juni 2005

 

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Interessentinnen und Interessenten!

Am 27. Januar 2003 erließ Josef Cardinal Ratzinger, von der
Glaubenskongregation in Rom das Dekret: EXKOMMUNIKATION DER 7 FRAUEN, die
SICH AM 29. JUNI 2002 zu rk PRIESTERINNEN WEIHEN LIESSEN.
Aus diesem Anlass und als Ankündigung der ersten großen Priesterinnenweihe
in Amerika und Kanada, senden wir Ihnen diesen NEWSLETTER und den
HIRTINNENBRIEF.


GROSSE  P R I E S T E R I N N E N W E I H E auf dem St.LAWRENCE RIVER.
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Der St. Lawrence River verbindet Amerika mit Kanada. Deshalb wurde dieser
Fluss für die PRIESTERINNENWEIHE 2005 ausgewählt.

Geweiht werden 10 Frauen:
5 Frauen zu Diakoninnen und 5 Frauen zu rk Priesterinnen.
Die Frauen kommen aus Amerika und Kanada.

Zeitpunkt:
MONTAG, 25. JULI 2005 in Ganaoque am St. Lawrence River
Abfahrt des Schiffes um 15 Uhr
Weihezeremonie auf dem Schiff


HINWEISE:
1) Der Priesterinnenweihe voraus geht eine Reise mit dem Bus durch
wichtige Ort in Amerika (New York, Boston, Rochester). Auch an dieser
Busreise ist es möglich, teilzunehmen.

2) ZWISCHEN Busreise und PRIESTERINNENWEIHE am 22.- 24. Juli 2005 findet
in Ottawa(Kanada) das Treffen der weltweiten Vereinigung der Frauen, die
zu Priesterinnen geweiht werden wollen (WOW = Women Ordination Worldwide)
statt. Die PRIESTERINNENWEIHE am 25. Juli und WELTKONFERENZ vom 22.-24.
Juli 2005 lassen sich großartig miteinander verbinden (Näheres unter
www.wow2005.org)

Am besten: Sie buchen einen Flug vom 21. Juli bis zum 26. Juli nach
Rochester oder Ottowa, dann können Sie sowohl an der WELTKONFERENZ als
auch an der PRIESTERINNENWEIHE auf dem St. Lawrence River teilnehmen.

ANMELDUNGEN für die Priesterinnenweihe richten Sie bitte an:
JUDITH JOHNSON mailto:judyajohnson@earthlink.net


II. H I R T I N N E N B R I E F

Z W E I   J A H R E   E X K O M M U N I Z I E R T
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wie  fühlen wir uns ?

Am 27. Januar 2003, vor zwei Jahren, erreichte uns 7 Priesterinnen das
Dekret der EXKOMMUNIKATION, die Josef Cardinal Ratzinger gegen uns im
Namen von 12 Kardinälen und Bischöfen aussprach.

Wie geht es uns Priesterinnen mit dieser Exkommunikation?

1. Wir sind glücklich, dass keine weiteren Strafaktionen der
Glaubenskongregation aus Rom folgten. Der Papst hat mit keinen
zusätzlichen Strafmaßnamen oder einer Verstärkung der Exkommunikation
gedroht. Im Gegenteil, es gab 2004 die Veröffentlichung von Cardinal
Arinze zum Verständnis von Mann und Frau, aus denen man durchaus den
Versuch einer Achtung der Frau zwischen den Zeilen herauslesen konnte.

2. Wir sind glücklich, dass uns die Basis der Kirche angenommen hat. Vom
Kirchenvolk und Gruppen von Katholikinnen und Katholiken schlagen uns
nicht nur Freundschaft und Lob, sondern Wellen der Begeisterung entgegen.
"Ihr habt das, was diese verstaubten Kleriker der Amtskirche nicht haben:
Ihr strahlt Begeisterung und Freude aus. Ihr ändert erschreckende Details
und ersetzt altmodische und unverständliche Formulierungen durch aktuelle
Ausdrücke", so das Lob der Basis.

3. Wir sind glücklich, dass wir zur Spendung so vieler Segnungen
herangezogen werden. So nimmt die Nachfrage nach Trauungen ständig zu. 4/5
sind heterosexuelle Paare, etwa 1/5 sind homosexuelle Paare, die uns
bitten, ihre Verbindung zu segnen. An den Hochzeitsfeierlichkeiten nehmen
durchschnittlich 100 bis 300 Menschen teil, die uns immer wieder ihre
Hochachtung aussprechen.

4. Wir sind glücklich, dass wir inzwischen auch Kinder taufen dürfen und
dass es Pfarrer gibt, die bereit sind, diese Taufe in die Kirchenbücher
einzutragen.

5. Wir sind glücklich, dass immer mehr Katholikinnen und Katholiken
uns Priesterinnen auch zu Beerdigungen holen. Die Argumentation der Leute:
"Ich möchte jemand zur Beerdigung meiner Mutter oder meines Vaters, die
sich ernsthaft Gedanken macht, nicht völlig überarbeitet ist und mich
wirklich seelisch begleitet." Diesen Wunsch können wir Priesterinnen
erfüllen.

6. Wir sind glücklich, dass uns von den Pfarrern der Basis so viel
Toleranz entgegenkommt. Wenn wir bei sakramentalen Handlungen Pfarrer
treffen, dann signalisieren diese uns: Ihr seid willkommen an unserer Seite.

7. Wir sind glücklich über die Zusammenarbeit in der Ökumene. Viele von
uns Priesterinnen haben eine Heimat bei den anderen christlichen Kirchen,
im besonderen bei der evangelischen Kirche gefunden. Dank deshalb von
Herzen an unsere Schwestern und Brüder der evangelischen Kirche.

8. Wir sind glücklich, dass die Medien uns aus der reißerischen
Schlagzeilenpräsentation herausgenommen haben. Die Zeit der lästernden und
verachtenden Berichterstattung hat einer seriösen und hintergründigen
Berichterstattung Platz gemacht. Sicher, viele vermissen die vielen
Berichte, die über uns in den letzten 2 Jahren geschrieben wurden, aber es
war doch wichtig, den Schritt von den schrillen Sätzen zu den seriösen
Berichten zu gehen.

8. Wir sind glücklich, dass unsere Bewegung weitergeht. Mit der Weihe der
ersten Französin in diesem Jahr und der Weihe von 5 Diakoninnen und 5
Priesterinnen im Juli 2005 in Amerika und Kanada, zeigt sich, dass der
Einzug der Frauen in die Ämter der rk Kirche nicht mehr zu stoppen ist.

9. Wir sind glücklich über die Unterstützung so vieler Laien. Laien
halten nicht nur Vorträge über unsere Priesterinnenbewegung, sie helfen
uns auch als Ministrantinnen und schreiben uns bezaubernde Emails.
Danke besonders an diese Frauen und Männer.

10. Wir sind glücklich, dass wir in München Anfang des Jahres 2005 zwei
Pflegezimmer für pflegebedürftige alte Menschen oder sterbende
Menschen egal welchen Alters einrichten können. Dank der
Unterstützung einer Privatperson können wir die Pflege in diesen Zimmern
so günstig und billig machen, dass sie nur etwa die Hälfte kostet, was ein
Heimplatz kosten würde. Der Pflegebedürftige wird damit nicht zum
Sozialfall. Die Pflege selbst übernehmen einige von uns Priesterinnen in
Zusammenarbeit mit Ärzten, die unsere Arbeit von Herzen loben. Wer einen
Angehörigen in einem dieser Pflegezimmer unterbringen will, möchte sich
bitte bei Frau Dr.Gisela Forster mailto:gisela.forster@campus.lmu.de
anmelden.


Verbesserungsnotwendig scheint uns folgendes zu sein:

1. Der Papst und die Glaubenskongregation sollten bereit sein, die Strafe
der Exkommunikation, mit denen sie uns belegten, neu zu überdenken.
Exkommunikation ist nur eine Strafe, nicht ein Kirchenausschluss und nicht
ein Berufsverbot. Gerade weil wir eine Gruppe sind,
die immer größer wird, und die Exkommunikation einer Gruppe nach
Kirchenrecht gar nicht möglich ist, und weil wir nur
positiv handeln,  sollte der Papst die Exkommunikation zurücknehmen. So
suchen wir dringend mutige Männer im Vatikan, die an oberster Stelle
für uns sprechen.

2. Verbesserungsfähig ist auch der Kontakt zu den Basisgruppen in einigen
Ländern. Während WIR SIND KIRCHE in Deutschland in
vorbildlicher und unterstützender Weise unserer Bewegung als wichtigen
Baustein der Verwirklichung der Ziele in der Kirchenvolksbewegung
unterstützt, und die amerikanische Bewegungen WOC (Women Ordination
Conference) voll hinter uns steht, haben wir zu einigen Basisgruppen der
Kirchenvolksbewegungen in der Welt noch keinen Kontakt.
Für Vermittlungen sind wir dankbar.

3. Verbesserungsbedürftig ist auch der Kontakt zur 3. Reihe der Kleriker.
Während die erste Reihe, der Papst, uns niemals als Feinde bezeichnet
und die Kardinäle der 2. Reihe in höflicher und toleranter
Weise mit uns umgehen, scheint es so, als hätte die 3. Reihe, der die
Bischöfe und die Ordensoberen angehören, das Bedürfnis, "päpstlicher als
der Papst zu sein". Es würde uns sehr freuen, wenn auch die Bischöfe
versuchen würden, unsere Bewegung als hilfreich für die Weltkirche zu sehen.

RESÜMEE: Es bedarf keiner Exkommunikation von uns Priesterinnen.
Wir haben durch unser Alltagswirken gezeigt, dass wir zu Taten bereit
sind, die den Menschen Gutes tun. Wir wurden von den Katholikinnen und
Katholiken mit offenen Armen aufgenommen und werden vom Kirchenvolk zu
vielen kirchlichen Handlungen gebeten. Wir wären sehr glücklich, wenn
unsere Amtskollegen in Rom erkennen würden, dass Frauen einen wichtigen
Part in der Gesellschaft und in der Kirche leisten können.

DESHALB BITTEN WIR DEN PAPST, DIE STRAFE DER EXKOMMUNIKATION, MIT DER ER
UNS im JAHRE 2002 BELEGTE, fallen zu lassen.

Mit dem Wunsch, dass unsere Bitten gehört werden
grüßen wir Sie alle herzlich


Christine Mayr-Lumetzberger, Sprecherin für Österreich
mailto:mmcml@ping.at
Dr. Gisela Forster, Sprecherin für Deutschland
mailto:gisela.forster@campus.lmu.de
Dr. Patricia Fresen, Sprecherin für Südafrika
mailto:fresen@forestfactory.de

 

Quelle: Priesterinnen priesterinnen@utanet.at