Priester im Bistum Fulda

1997 wurden die Erhebungseinheiten geändert, daher die höheren Angaben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für das Alter der Priester haben wir folgende Berechnungsgrundlage gewählt:

Weihejahrgang + 25 Jahre. Dadurch wird die Altersstruktur der Priester jünger als sie tatsächlich ist. Denn die sog. Spätberufenen eines Weihejahrgangs werden dadurch jünger gemacht als sie tatsächlich sind. Im Bistum Fulda sind Priester über 75 Jahre noch in der Pfarrseelsorge eingesetzt.

Im Jahr 1999 waren von 430 Priestern 287 im Einsatz in 251 Pfarreien und Seelsorgstellen. Aus den uns vorliegenden Unterlagen geht nicht hervor, wieviel Priester pro Weihejahrgang bisher ihr Amt seit der Priesterweihe aufgegeben haben.

In den letzten 20 Jahre [(1979 -1999) = 129 durch 20 geteilt] wurden durchschnittllich 6,45 Priester pro Jahr geweiht. Auf dem Hintergrund der oben aufgeführten Daten kann in Zukunft statistisch nur noch mit 4,5 Neupriestern pro Jahr gerechnet werden. Darüberhinaus ist es schwierig abzuschätzen, ob durch Tod oder aus gesundheitlichen Gründen Priester vorzeitig ausscheiden oder ihr Amt niederlegen. Es kann davon ausgegangen werden, daß zumindest der Geburtenrückgang ein Ansteigen der Zahl der Priesteramtskandidaten und somit der Priesterweihen unwahrscheinlich macht. Der Trend zum Geburtenrückgang ist europaweit festzustellen. Die Möglichkeit des Priesterimports aus anderen Ländern oder die Beauftragung von Ordensleuten mit der Pfarrseelsorge wird daher abnehmen.

Der Rückgang der Priester wird zunächst einen Rückgang des Gottesdienstangebotes am Wochenende zur Folge haben. Statt z.B. drei Messen incl. Vorabendmesse wird es voraussichtlich nur noch eine Sontagsmesse geben können, da immer weniger Priester immer mehr Pfarreien betreuen müssen. Der Rückgang des Gottesdienstangebotes wird einen weiteren Rückgang des Gottesdienstbesuchs nach sich ziehen. Die Zusammenlegung von Pfarreien wird verstäkrt erfolgen müssen. Ein Pfarrer wird z.B. für 3 Pfarreien und damit für 3 Verwaltungsräte, 3 Pfarrgemeinderäte und 3 Kindergärten zuständig sein. Er wird Leitungs-, und Finanzverantwortung wie in einem mittelständigen Betrieb übernehmen müssen. Er wird Arbeitgeberfunktion für pastorale Mitarbeiter, Bürokräfte und Kindergartenpersonal ausüben. Diese Aufgabenstellung scheint eher ein Studium der Betriebswirtschaftslehre vorauszusetzen, als ein Theologiestudium. Ob der Zwang, verstärkt Managementaufgaben wahrnehmen zu müssen, zu Attraktivität des Priesterberufs beiträgt, sei dahingestellt. Auch müssen die verbleibenden Priester in den Pfarreinen, für die sie zuständig sind, mehr Kasualien übernehmen als heute.

Nach Angaben der statistischen Daten der Deutschen Bischofskonferenz liegt das Bistum Fulda 1998 mit 9,6 Priestern je 10.000 Katholiken an dritter Stellen von 27 Bistümern in Deutschland. Es gehört derzeit zur Spitzengruppe der mit Priestern am besten ausgestatteten Bistümer. Bei der Ausstattung mit Personen im aktiven pastoralen Dienst liegt es 1998 an fünfter Stelle. Aufgrund der uns vorliegenden Zahlen hinsichtlich der Altersstruktur kann davon ausgegangen werden, daß ein einschneidender Priestermangel, wie er bereits in anderen deutschen Diözesen zu beobachten ist, im Bistum Fulda erst mit einer gewissen Zeitverzögerung eintreffen wird.

Quellen:

Kirchliches Handbuch, Band XXVI (1962 - 1968), S. 618 ff

Kirchliches Handbuch, Band XXVII (1969 - 1974), S. 114 ff

Kirchliches Handbuch, Band XXIX (1976 - 1986), S. 110 ff

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kath. Kirche in Deutschland, Statistische Daten 1996, 1998,1999

Zentrum für Berufspastoral, Priesternachwuchs 1998 und 1999 der Diözesen de BRD

 

Bearbeitung: H-A Link