Polizei geht in Bayern gegen "Kalifatsstaat" vor

 

Ingolstadt/München (AFP) - Mit einer groß angelegten Razzia ist die bayerische Polizei gegen mutmaßliche Mitglieder der verbotenen islamistischen Gruppe "Kalifatsstaat" vorgegangen. In der Region Ingolstadt und im Bereich Schwabach wurden insgesamt 26 Wohnungen und Geschäfte sowie eine Moschee durchsucht. Die Aktion hängt mit Ermittlungen gegen 22 Beschuldigte zusammen, die im Verdacht der Fortführung eines verbotenen Vereins stehen. Sie sollen die Arbeit des zum "Kalifatsstaat" gehörenden und seit Dezember 2001 verbotenen Vereins "Hilafet Devleti" fortgesetzt haben.

 

An den Durchsuchungen waren 90 Beamte beteiligt. Sie beschlagnahmten dabei umfangreiches Beweismaterial, vor allem Fahnen, Bücher, Videos und Computer. Die sichergestellten Gegenstände müssen den Angaben zufolge nun ausgewertet werden, die Ermittlungen sollen eine noch ungenannte Zeit andauern. Der 1984 in Köln gegründete "Kalifatsstaat" galt bis zu seinem Verbot als eine der radikalsten Islamistenorganisationen Deutschlands. Sein Anführer Metin Kaplan war im Oktober 2004 nach langem juristischen Tauziehen in die Türkei abgeschoben worden, wo er mittlerweile wegen eines bewaffneten Umsturzversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

 

23. November 2005

Quelle: http://de.news.yahoo.com/051123/286/4rxw5.html