Piusbrüder bleiben hart
Stuttgart/Zaitzkofen (ddp-bay). Trotz der ablehnenden Haltung des Vatikans hält die traditionalistische Piusbruderschaft an den für 27. Juni geplanten Priesterweihen in Zaitzkofen in der Oberpfalz fest. «Ich kann bestätigen, dass der Termin weiterhin so vorgesehen ist», sagte der Sprecher des deutschen Distrikts der Piusbruderschaft, Andreas Steiner, am Freitag der Nachrichtenagentur ddp in Stuttgart. Zugleich griff er die deutschen Bischöfe wegen ihrer Kritik an den geplanten Weihen an.
Das vatikanische Presseamt hatte die Weihen am Mittwoch als «unrechtmäßig» bezeichnet. Steiner betonte, der Generalobere der Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, sei weiterhin in Gesprächen mit Rom und sehe diese Weihen nicht als eine Provokation, «sondern als Ausdruck der Einheit mir Rom« an.
»Rom hat ein Einstellen der Weihen nicht zur Bedingung für Gespräche gemacht«, argumentierte der Piusbruder und beklagte ein »unredliches Vorgehen einiger deutscher Bischöfe«. Aus einem Gnadenakt des Papstes - der Rücknahme der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft - wollten sie eine Auflösung der Bruderschaft machen, indem sie ein Stopp der Weihen verlangten.
»Das ist aber eindeutig entgegen dem Willen des Papstes, der diesen Gnadenakt gesetzt hat, um die Gespräche zu beginnen", argumentierte Steiner. Es könne nicht sein, dass das Entgegenkommen des Papstes zur Auflösung der Bruderschaft führe.
Bereits am Freitag sollten im US-amerikanischen Winona Priester geweiht werden. Weitere Weihen sind für 27. Juni in Zaitzkofen und am 29. Juni in Ecône in der Schweiz geplant. Insgesamt will die Piusbruderschaft an diesen drei Terminen 21 Männer zu Priestern weihen. In Zaitzkofen im Kreis Regensburg sollen ein Schwede, ein Pole und ein Schweizer durch den argentinischen Pius-Bischof Alfonso de Galarreta geweiht werden. Zu der Zeremonie wird auch der Generalobere, Bischof Fellay, erwartet. Fast zeitgleich will im Regensburger Dom Bischof Gerhard Ludwig Müller neun Männer zu katholischen Priestern weihen.
Mehrere deutsche Bischöfe hatten das Vorhaben scharf kritisiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, sprach vergangene Woche von einem «Affront gegen die Einheit der Kirche». Der Regensburger Bischof Müller bezeichnete die Weihen als «unerlaubt» und forderte eine Absage.
Das vatikanische Presseamt reagierte am Mittwoch mit einer Klarstellung, in der auf einen Brief von Papst Benedikt XVI. vom 10. März verwiesen wurde. Darin betonte der Papst: «Solange die Bruderschaft keine kanonische Stellung in der Kirche hat, solange üben auch ihre Amtsträger keine rechtmäßigen Ämter in der Kirche aus.» Die Priesterweihen seien daher weiterhin als unrechtmäßig anzusehen, hieß es in der Mitteilung. Zugleich wurde den Piusbrüdern in Aussicht gestellt, dass in Kürze die Voraussetzungen für den Beginn des Dialogs mit den Verantwortlichen der Gemeinschaft geschaffen würden.
19.6.09
Quelle: http://de.news.yahoo.com/17/20090619/twl-piusbrueder-bleiben-hart-aea69d0_1.html