Pfarrer kämpft gegen Suspendierung durch Bischof Müller

Regensburg/Oberalteich (ddp-bay). Der niederbayerische Pfarrer Hans Trimpl aus Oberalteich wehrt sich gegen seine Suspendierung durch den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Die Amtsenthebung des 61-jährigen Geistlichen sei dienst- und kirchenrechtlich nicht haltbar, sagte Trimpls Sprecher, der Regensburger Liturgiewissenschaftler August Jilek, am Montag auf ddp-Anfrage. In einer Pressekonferenz am Dienstag (14.00 Uhr) im Oberalteicher Kulturzentrum werde Trimpl daher nun «sein Schweigen brechen», kündigte der Professor an.

Der Offizial der Diözese, Prälat Max Hopfner, betonte dagegen, die «Strafe der Suspension» sei rechtsgültig und wirksam. Aufgrund der sakramentalen Verfassung der Kirche seien Rechtsakte des Bischofs «aus sich heraus gültig» und könnten nicht von subjektiven Meinungen und Interpretationen in Frage gestellt werden.

Der Pfarrer war am Freitag mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben worden. Das Ordinariat begründete diesen Schritt mit Trimpls Weigerung, eine gegen den Bischof beantragte einstweilige Verfügung zurückzuziehen. Mit dem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Regensburg soll dem Bischof die Wiederholung einiger in einer Predigt gemachten Äußerungen über den Pfarrer untersagt werden.

Wegen der Mitgliedschaft im kirchenkritischen Verein «Aktionskreis Regensburg» (AKR) sowie ihrer Mitarbeit an der Zeitschrift «Pipeline» hatte Bischof Müller Trimpl und Pfarrer Andreas Schlagenhaufer aus dem Oberpfälzer Kohlberg bereits Anfang Juni mit der vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand gedroht. Mehrere hundert Gläubige protestierten daraufhin vor dem Regensburger Dom gegen drohende Sanktionen gegen die beiden Geistlichen.

Der AKR ist eine Vereinigung von rund 100 Priestern und Laien, die nach eigenen Angaben «seit über 30 Jahren in der katholischen Kirche Reformen anmahnen». Der Verein ist außerdem Mitglied der in insgesamt elf Diözesen tätigen «Arbeitsgemeinschaft von Priester- und Solidaritätsgruppen in Deutschland».

26. Juli 2004

Quelle: http://de.news.yahoo.com/040726/336/44tm1.html

 

 

Regensburger Pfarrer Trimpl suspendiert
 (pdr) Am 25.7.2004 wurde Pfarrer Hans Trimpl (Oberalteich) durch den
Regensburger Bischof Müller vom Pfarrdienst suspendiert. Für Freitag
Vormittag war über den Dekan ein Besuch von Generalvikar Dr. Wilhelm
Gegenfurtner und Offizial Dr. Max Hopfner bei Pfarrer Trimpl vereinbart
worden. Die beiden sollten ihn im Auftrag von Bischof Gerhard Ludwig
persönlich in Oberalteich aufsuchen, um ihn in einem letzten Versuch zum
Umdenken zu bewegen. Falls er weiter an der jeder kirchlichen Gesinnung
widersprechenden gerichtlichen Bedrohung des Bischofs festhalten würde,
sollte ihm das Dekret über seine sofortige Suspension und die eingeleitete
Amtsenthebung übergeben werden. Kurzfristig hat Pfarrer Trimpl den Termin
jedoch telefonisch abgesagt und wurde von Generalvikar und Offizial auch
nicht in Oberalteich angetroffen. Dementsprechend wurden der Dekan und der
Kirchenpfleger der Pfarrei Oberalteich-St. Peter und Paul beauftragt, Hans
Trimpl umgehend das Dekret des Bischofs auszuhändigen, wonach er ab sofort
nicht mehr die Rechte und Pflichten eines Pfarrers ausüben darf. "Pfarrer
Trimpl hat mit seinem Verhalten das Vertrauensverhältnis zum Bischof
gebrochen", so der Generalvikar. "Wer einerseits die Einheit mit seinem
Bischof bejaht, zeitgleich aber mit einem Unterlassungsantrag gegen seinen
Bischof vor Gericht zieht, verstößt in nicht nachvollziehbarer Weise gegen
sein Weiheversprechen. Das Verhalten von Hans Trimpl ist unvereinbar mit dem
Ethos des priesterlichen Dienstes. Ein Pfarrer kann nur in der Einheit mit
dem Ortsbischof als Seelsorger in der Pfarrei wirken."

Mehr auf der Internetseite des Bistums Regensburg www.bistum-regensburg.de

 

 

„Nicht ohne unseren Pfarrer Trimpl“

Pfarrgemeinde Oberalteich lässt Gespräch mit dem Generalvikar platzen

*Bogen-Oberalteich. Zum zweiten Mal in zwei Tagen ist der Regensburger
Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner in der Pfarrei Oberalteich (Stadt
Bogen) abgewiesen worden.*

Nachdem sich am Freitag Pfarrer Hans Trimpl geweigert hatte, seine
Suspendierung entgegenzunehmen (wir berichteten), musste der
Generalvikar auch vom vereinbarten Gesprächstermin mit Pfarrgemeinderat
und Kirchenverwaltung am Samstagabend unverrichteter Dinge zurück nach
Regensburg fahren.

Das Gespräch kam nämlich gar nicht erst zustande. Beide Gremien machten
es Gegenfurtner und seinen geistlichen Begleitern, dem Bischöflichen
Offizial Hans Hopfner, dem Personalreferenten des Bistums, Franz
Frühmorgen, und Dekan Josef Ofenbeck, dem Stadtpfarrer von Bogen, zur
Bedingung, nur im Beisein ihres Pfarrers Hans Trimpl und dessen
juristisch-theologischen Beraters mit der bischöflichen Delegation aus
Regensburg sprechen zu wollen.

Zudem verlangten die Oberalteicher Kirchenvertreter einen offenen Dialog
mit den Gesandten des Bischofs und die Beantwortung ihrer brennenden
Fragen, nicht nur eine knappe Information ohne weitere Aussprache und
Diskussion.

Heftiger Disput im Klosterhof

Dazu war der Generalvikar nicht bereit. Auch dann nicht, als ihm
vorgehalten wurde, wenn er und der Bischof in ihren Maßnahmen nichts zu
verbergen hätten, ihre Anordnungen rechtmäßig seien, könnten sie auch
offen sprechen, und zwar im Beisein des Pfarrers, von Angesicht zu
Angesicht gewissermaßen.

Nach kurzer, heftiger Diskussion im Hof des ehemaligen Klosters und
heutigen Kulturzentrums in emotional angespannter Atmosphäre und mit
einigen überdeutlichen Wortbeiträgen in Richtung Generalvikar (Motto:
„Ihr macht die Kirche kaputt") bestiegen die hohen geistlichen Herren
unverrichteter Dinge ihre Limousine und brausten davon.

Empörte Zwischenrufe

Zuvor hatte der Generalvikar zusammen mit Hopfner, Frühmorgen und
Ofenbeck den Vorabendgottesdienst in der barocken Klosterkirche
Oberalteich zelebriert. Bereits da war die knisternde Spannung spürbar
gewesen. Am Ende des Gottesdienstes kam es zu empörten Zwischenrufen,
als der Generalvikar den Gläubigen in knappen Sätzen ohne nähere
Begründung die Suspension von Pfarrer Hans Trimpl bekanntgab.

Unter den Gottesdienstbesuchern waren auch Mitglieder des Aktionskreises
Regensburg (AKR) und der Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche". Sie
verteilten vor der Klosterkirche Flugblätter, in denen die Suspension
des Pfarrers als nicht rechtmäßig und ansonsten als Akt der
Gnadenlosigkeit des Bischofs von Regensburg gegeißelt wird.

Die Mehrheit der Oberalteicher Pfarrangehörigen steht auf Seiten ihres
Pfarrers, obwohl dieser, wie berichtet, gerichtliche Schritte gegen
seinen Bischof eingeleitet hat. Dieser Schritt stößt auch in Oberalteich
keineswegs auf ungeteilte Zustimmung, aber, so ein Kirchenbesucher,
„wenn du Heuchler und Pharisäer genannt wirst, dir Nazi-Methoden und
theologische Ahnungslosigkeit vorgehalten werden und du ein Wolf im
Schafspelz geheißen wirst, also ein bösartiger, hinterlistiger Mensch,
und das alles vom eigenen Bischof, dann wärst du vielleicht auch so
angefressen, dass du vor Gericht zögest und auf Unterlassung klagtest".

Resolution an Bischof

Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung von Oberalteich gaben der
bischöflichen Delegation eine Resolution mit auf den Weg, in der die
Mitglieder mehrheitlich mit Rücktritt drohen, wenn es nicht binnen eines
Monats zu einer einvernehmlichen Lösung und Aufhebung der Suspendierung
ihres Pfarrers komme. In der Resolution wird auch Matthäus 18,21-22
zitiert, wo Petrus den Meister fragt, wie oft er seinem Bruder vergeben
müsse, wenn der sich an ihm versündige - siebenmal? Und Jesus antwortet:
Nicht siebenmal, sondern siebzig mal siebenmal! Die Suspendierung von
Pfarrer Hans Trimpl wird, wie berichtet, von Kirchenrechtlern als nicht
gültig angesehen, weil sie weder vorgeschriebene Fristen noch die Form
eingehalten habe noch der bischöflichen Fürsorgepflicht entspreche.
Zudem ist strittig, ob die Einleitung gerichtlicher Schritte des
Pfarrers gegen den Bischof überhaupt ein triftiger Grund für eine
Suspendierung vom Pfarramt sein kann. -stu-

Aus Straubinger Tagblatt, 26.07.2004