Gemeindeberatung im
Bistum Fulda
Von unserem Redakteur
Bertram Lenz
FULDA Die Kirche von Fulda steht vor notwendigen organisatorischen und
pastoralen Veränderungen. Diese aber gelingen nicht gegen, sondern nur mit den
Menschen. Dies unterstrich Bischof Heinz Josef Abgerissen am Donnerstag beim
offiziellen Beginn der Gemeindeberatung im Bistum Fulda. Unterstützt werden
solle damit der Pastorale Prozess. Wie der Bischof im Bonifatiushaus weiter
sagte, werde die Gemeindeberatung als Kooperationspartnerin für Gemeinden
verstanden, die nach neuen Wegen suchen. Gleichzeitig solle geholfen werden, „mitunter
schmerzhafte und blockierende Widerstände aufzulösen und eine geistliche Wende
im Bistum in Gang zu bringen".
Zwölf Frauen und Männer (drei Priester, drei Pastoralreferenten und sechs Gemeindereferentinnen) werden sich zu Gemeindeberatern ausbilden lassen, um später jeweils zu zweit den Gemeinden für Beratungsprozesse zur Verfügung zu stehen. Während eine erste Gruppe bereits im Mai 2006 eingesetzt werden soll, wird die zweite Gruppe voraussichtlich im Frühjahr 2008 fertig geschult sein. Wie dazu der verantwortliche Referent Ernst-Joachim Jost sagte, sollen ein- oder zweimal im Jahr anonyme Rückmeldungen aus den Beratungsprozessen an die Bistumsleitung vorbereitet werden, „damit diese auch auf diesem Wege von den Freuden, Sorgen und Nöten der Gemeinden erfährt und diese Gedanken in ihre Entscheidungen mit einfließen lassen wird"
Der Dank aller Verantwortlichen galt gestern vier Ausbildungsleitern aus den Diözesen Mainz und Paderborn, die für die Gemeindeberatung Fulda Entwicklungshilfe leisten. Es gelte, so Bischof Algermissen, „angesichts sich ändernder Sozialformen das Gesicht der sakramentalen Verfasstheit unserer Kirche und ihrer Gemeinden zu bewahren". In allen Gemeinden gehörten folgende Fragen auf die Tagesordnung: *Wie können wir Kirche in dieser Zeit des Übergangs sein? Wer kann uns helfen, den Übergang, die Veränderung zu gestalten? Wie können wir es schaffen, dass der seit nunmehr fast drei Jahren andauernde Pastorale Prozess in unserer Diözese als geistliche Chance verstanden wird?"
Bischofsvikar Dr. Gerhard Stanke nannte das Ereignis einen „wichtigen
Tag für das Bistum Fulda". Es gelte, auf anstehende pastorale Veränderungen
zu reagieren; wichtig sei eine mentale Wende und eine spirituelle
Neuorientierung. Er erwarte von den Gemeindeberatern, dass diese unterstützend
wirkten bei der Suche nach pastoralen Schwerpunkten, den Prozess der
Zusammenarbeit begleiteten und bei Konflikten konstruktive Lösungen zeigten.
Pastoralreferent Norbert Bug wünschte allen Mut und Ausdauer. Der Zeitpunkt sei
richtig, da es noch Möglichkeiten zur Gestaltung gebe.
13.05.2005
Quelle: Fuldaer Zeitung