Papst warnt vor Gefahr durch Terrorismus

Vatikan-Stadt (Reuters) - Wenige Tage vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September hat Papst Johannes Paul II. vor den Gefahren des Terrorismus gewarnt. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche rief am Samstag zudem die internationale Gemeinschaft dazu auf, soziale Ungerechtigkeit auf der Welt zu bekämpfen, die einen Nährboden für Terrorismus bilde. Der 82-Jährige äußerte sich während eines Empfangs für die neue britische Botschafterin im Vatikan in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo südlich von Rom.

Der Papst sagte, nach den Anschlägen in den USA habe die Welt erkannt, dass der gut finanzierte und organisierte Terrorismus dringend bekämpft werden müsse. Der Terrorismus stelle eine große und unmittelbare Gefahr für den Weltfrieden dar. Im Rahmen des Kampfes gegen Terrorismus müsse jedoch auch gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung auf der Welt vorgegangen werden. Hierzu müssten neue und kreative politische, diplomatische und wirtschaftliche Initiativen gestartet werden. "Die Geschichte belegt tatsächlich, dass die Rekrutierung von Terroristen einfacher möglich ist in Gebieten, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden und wo Ungerechtigkeit ein Teil des täglichen Lebens ist."

Der Papst hatte die von mutmaßlichen Moslem-Extremisten begangenen Anschläge in den USA scharf verurteilt und erklärt, es sei absurd, im Namen Gottes Krieg zu führen. Die USA machen für die Anschläge den moslemischen Extremisten Osama bin Laden und dessen Organisation El Kaida verantwortlich. Bei den Anschlägen wurden rund 3000 Menschen getötet.

Samstag 7. September 2002, 17:00 Uhr

Quelle: http://de.news.yahoo.com/020907/71/2y5gr.html