Papst fordert irakische Führung zur Kooperation auf
Vatikan-Stadt (Reuters) - Papst Johannes Paul II. hat am Sonntag in
einem Friedensappell die irakische Führung aufgefordert, die Abrüstungsauflagen
der UNO zu erfüllen, um so einen Krieg noch abzuwenden.
"Die politische Führung in Bagdad hat die dringende Verpflichtung,
vollständig mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten",
sagte der Papst am Sonntag während seines Angelus-Gebets auf dem Petersplatz in
Rom. "An sie (Iraks Führung) richte ich meinen dringenden Appell: das
Schicksal ihrer Landsleute muss immer Vorrang haben." Gleichzeitig
appellierte der Papst an die Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten
Nationen (UNO), die Anwendung militärischer Gewalt nur als letzten Ausweg zu
sehen. Seiner Einschätzung nach gebe es noch Raum für eine politische Lösung
der Irak-Krise.
Der Papst äußerte sich vor einem Krisengipfel von US-Präsident George
W. Bush, dem britischen Premierminister Tony Blair und Spaniens
Ministerpräsident Jose Maria Aznar auf den Azoren, bei dem sie ihr weiteres
Vorgehen in der Irak-Frage abstimmen wollten.
Die USA haben gemeinsam mit Großbritannien und Spanien im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) eine zweite Irak-Resolution eingebracht, die den Weg für einen Irak-Krieg legalisieren würde. Hierfür fehlt bisher aber die notwendige Mehrheit von neun der 15 Stimmen. Frankreich und Russland haben zudem mit ihrem Veto gedroht.
16. März 2003
Quelle: http://de.news.yahoo.com/030316/71/3cgqe.html