Nach
tagelanger Empörung in der moslemischen Welt hat Papst Benedikt XVI. erstmals
persönlich
Bedauern
über seine missverständlichen Äußerungen bekundet. Er "bedauere
lebhaft" die Reaktionen
auf
einen Passus seiner Rede (REDE3.SA
- Nachrichten) , die
gläubige Moslems als Beleidigung
aufgefasst
hätten, sagte er in einer Ansprache vor dem Angelus-Gebet in seiner
Sommerresidenz
Castel
Gandolfo. Das umstrittene Zitat spiegele in keiner Weise seine persönliche
Anschauung
wieder.
Gemäßigte Moslems reagierten wohlwollend auf die Klarstellung. Irakische
Extremisten
drohten
zuvor mit Anschlägen in Rom; die Sicherheitsbestimmungen wurden verschärft.
Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Beginn der
Protestwelle betonte der Papst seine Hoffnung,
dass die Erklärung seines Kardinalstaatssekretärs Tarcisio
Bertone vom Vortag dazu beitragen
könne, die Gemüter zu beruhigen und den wahren Sinn seiner
Rede zu verdeutlichen. Der Vortrag
sei eine Einladung zum offenen Dialog im gegenseitigen
Respekt gewesen. Bertone unterstrich die
Hochachtung des Papstes für gläubige Moslems und seinen
Willen zum Dialog zwischen den
Religionen.
Zahlreiche moslemische Organisationen zeigten sich mit der Erklärung des
Papstes vom
Samstag zufrieden. In der Türkei begrüßte der Chef des
staatlichen Religionsamtes, Ali
Bardakoglu, das Bedauern des Papstes als Zeichen seines Friedenswillens,
wie er
"Spiegel-Online" sagte. Als einflussreichste
britische Moslemvereinigung erklärte der
Rat der Muslime (MCB), der Papst habe einen ersten Schritt
in die richtige Richtung
getan und anerkannt, welchen Schaden er angerichtet habe.
Der Zentralrat der Muslime
in Deutschland begrüßte die Klarstellung und rief Moslems
in aller Welt auf, zu einer
Beruhigung der Lage beizutragen.
Eine bewaffnete irakische Gruppe drohte vor der Erklärung
des Vatikans mit Anschlägen
in Rom und gegen den Vatikan. Daraufhin ordnete Italiens
Innenminister Giuliano Amato
erhöhte Alarmbereitschaft der Polizei im Lande an.
In Somalia wurde unterdessen eine italienische Nonne
erschossen. Die Angreifer seien in
eine Klinik in der
Hauptstadt Mogadischu eingedrungen und hätten das Feuer eröffnet,
teilten Mitarbeiter mit. In den Palästinensergebieten
wurden übers Wochenende sieben
Kirchen mit Brandsätzen beworfen oder beschossen. Die
Türkei sieht nach den Worten
ihres Außenministers Abdullah Gül keinen Grund, den geplanten
Papst-Besuch abzusagen.
Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sich unter
anderem Innenminister
Wolfgang Schäuble (CDU) hinter das Kirchenoberhaupt.
"Es muss noch möglich sein,
dass man einen jahrhundertealten Text zitiert, wenn man
sich doch erkennbar nicht damit
identifiziert", sagte Schäuble dem
"Spiegel".
17.9.06
Quelle: http://de.news.yahoo.com/17092006/286/vermischtes-papst-best-rzt-ber-reaktionen-islam-u-erungen.html