Der künftige Papst soll kein Bürokrat der Kriche sein
Der Befreiungstheologe Boff hofft, daß der nächste Papst offen ist für die Fragen der Menschen.
Der brasilianische Befreiungstheologe findet, dass der künftige Papst "kein Bürokrat der Kirche" sein darf. "Wir brauchen einen Papst, der offen ist für die neuen Fragen der Menschheit," sagte der frühere Franziskanerpater am Freitag in Düsseldorf. Der vom Vatikan gemaßregelte Theologe betonte, schädlich sei ein Papst, "der sich um die Kirche als eine Bastion der Tradition kümmert". Bei der Vorstellung seines Buchs "Manifest für die Ökumene. Ein Streit mit Kardinal Ratzinger" - schlug Boff vor, die Kirche solle einen Papst aus dem pazifischen Raum bestimmen. Dort entscheide sich die Zukunft der Menschheit. Papst Johannes Paul II. sei in seinem Pontifikat zwiespältig, erklärte Boff. Einerseits habe er eine charismatische Ausstrahlung und "wunderbare ethische Dimension". Andererseits habe er die konservative Seite der Kirche unterstützt, den Glauben ganz auf Rom konzentriert und mit "einer gewissen Gewalt"' vatikantreue Bischöfe durchgesetzt.
nach: Frankfurter Rundschau vom 30.6.01