Papst lädt die Weltreligionen zu Friedensgipfel ein
Vatikan-Stadt (Reuters) - Angesichts der Anschläge in den USA und des Krieges in Afghanistan hat Papst Johannes Paul II. die Weltreligionen zu einem Friedensgipfel eingeladen. Bei dem Treffen am 24. Januar in der italienischen Stadt Assis solle für den Frieden gebetet und zur Beilegung der Gewalt
beigetragen werden, sagte der Papst am Sonntag vor Pilgern auf dem Petersplatz in Rom. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sprach von einem historischen Moment für die Menschheit. Das Treffen könne insbesondere die Beziehungen zwischen Christen und Moslems verbessern. Zu einem ähnlichem Treffen hatte er 1986 eingeladen.
Damals waren fast alle Teilnehmer von gewaltsamen Konflikten seinem Aufruf gefolgt und hatten für 24 Stunden ihre Kämpfe eingestellt. Der Papst bezeichnete die internationale Situation als Besorgnis erregend. Die Anschläge in den USA hätten tausende unschuldige Opfer gefordert. Offenbar mit Blick auf den Krieg in Afghanistan fügte er hinzu, dass nun zahlreiche Menschen ihre Häuser mit ungewisser Zukunft verlassen müssten, viele eines grausamen Todes stürben und Frauen, Kinder und alte Menschen vom Tod durch Hunger und Kälte bedroht seien. "An diesem historischem Moment braucht die Menschlichkeit Gesten des Friedens und Worte der Hoffnung", sagte der Papst.
Der Papst sprach von einer nahezu immerwährenden Bedrohung durch den Terrorismus. "Je unüberwindlicher die Schwierigkeiten erscheinen, je dunkler die Aussichten, desto intensiver sollten unsere Gebete an Gott sein, um von ihm das Geschenk gegenseitigen Verständnisses, Eintracht und Frieden zu erbitten", sagte der Pontifex. Das Treffen am Geburtsort des heiligen Franziskus solle dazu beitragen, Gegensätze zu überwinden und wahren Frieden zu schaffen. Er verwies darauf, dass es für Christen und Moslems besonders wichtig sei zu betonen, dass Religion nie ein Grund für Konflikte, Hass und Gewalt werden dürfe.
Die USA machen für die Anschläge in New York und bei Washington den moslemischen Extremisten Osama bin Laden und dessen Organisation El Kaida verantwortlich. Die Regierung in Washington hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass ihr Krieg gegen den Terrorismus sich nicht gegen den Islam und die Moslems richte, wie es Bin Laden behauptet hat. Seit dem 7.Oktober greifen die USA in Afghanistan Ziele der radikal-islamischen Taliban-Bewegung und der El Kaida an. Die USA hatten vergeblich die Taliban aufgefordert, Bin Laden auszuliefern.
Quelle: Yahoo Deutschland 18.11.01