Papst richtet Appell an Kriegsbefürworter

 

Vatikanstadt (AFP) Mit eindringlichen Worten hat Papst Johannes Paul II. die Befürworter eines Irak-Kriegs zu einem Kurswechsel gedrängt. "Ich habe den Zweiten Weltkrieg erlebt und überlebt, deshalb habe ich das Recht zu sagen: Nie wieder Krieg", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates erinnerte der 82-Jährige daran, dass die Anwendung von militärischer Gewalt in der UN-Charta nur erlaubt sei, wenn alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft seien.

"Es gibt noch Zeit zum Verhandeln, es gibt noch Raum für den Frieden", sagte der Papst beim Angelus-Gebet vor zehntausenden Gläubigen. Ein Krieg am Golf drohe die ganze Region zu destabilisieren.

Den irakischen Machthaber Saddam Hussein forderte der Papst zur "vollständigen Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft" auf, damit es keinen Grund für eine Militärintervention gebe. Der Sonderbeauftragte des Vatikans, Kardinal Pio Laghi, hatte US-Präsident George W. Bush Anfang des Monats persönlich eine Friedensbotschaft des Papstes überbracht. Am Samstag äußerte er sich skeptisch über eine friedliche Beilegung des Konflikts. "Es bleiben wenige Argumente übrig", sagte der Kardinal.

 

16. März 2003

Quelle: http://de.news.yahoo.com/030316/286/3cgni.html