Ordensleute organisieren Demo gegen "Die Macht des Geldes"
"Die Macht des Geldes durchkreuzen!"
Protestzug durch das Frankfurter Bankenviertel beim 29. Evangelischen Kirchentag am 15. Juni 2001 in Frankfurt am Main
Die Reichen sind reicher und die Armen sind zahlreicher geworden. Das ist das Fazit des jetzt vorgelegten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung.
Luxus auf der einen, öffentliche Armut, Sozialabbau und Perspektivlosigkeit auf der anderen Seite sind Kennzeichen unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Besonders von Armut betroffen sind allein erziehende Frauen, kinderreiche Familien, Arbeitslose und Sozialhilfeempfängerlnnen. Der Niedriglohnsektor wird ausgeweitet. Deshalb schützt auch ein Arbeitsplatz nicht immer vor Armut.
Ungerechtigkeit herrscht nicht nur bei uns, in einer der reichsten Gesellschaften der Erde. Weltweit öffnet sich die Schere zwischen reichen und armen Ländern. Die Folgen sind.- Hunger, Kriege, Flüchtlingsströme und Umweltzerstörung.
Wir protestieren im Frankfurter Bankenviertel, im Zentrum ökonomischer Macht. Die hier befindlichen Großbanken häufen Riesengewinne an. Dies geht zu Lasten einer sozial gerechten Gesellschaft und auf Kosten der Länder Afrikas, Lateinamerikas und Asiens. Insbesondere durch die Unterstützung unterdrückerischer Regierungen, wie kürzlich noch die des Apartheidregimes in Südafrika haben die Großbanken eine bleibende Verpflichtung zur Entschuldung und Entschädigung der Opfer.
Die Verhältnisse dürfen nicht so bleiben. Die Macht des Geldes muß durchkreuzt werden, damit die Politik gegen den "Terror der Ökonomie" wieder eine Chance hat.
Der Staat muß laut Verfassung für eine gerechte Sozialordnung sorgen. Die Bundesrepublik Deutschland ist durch ihre Zugehörigkeit zu internationalen Organisationen verpflichtet, Beiträge zum friedlichen Ausgleich unter den Völkern und finanzielle Hilfen zu leisten.
Im Bankenviertel wollen wir in vielfältiger Weise verdeutlichen, daß Kapitalmacht zurückgedrängt werfen muß, damit sich Frieden und Demokratie, Gerechtigkeit und Solidarität durchsetzen können - hier und überall..
Kontaktadresse: Initiative Ordensleute für den Frieden (IOF), c/o Pater Gregor Böckermnann VNRV, Guiollettstraße 35, 60325 Frankfurt am Main, Tel: 069/7137698-2, Fax: 069/7137698-6
Quelle: Quer Blick, Rundbrief der Initiative Kirche von unten Nr. 1/2001, S.3