Anfrage an die inner – evangelische Ökumene

Engagement gegen triumphierenden Pluralismus - Klare Worte der LKG-Präsidentin Elisabeth Parmentier

RNA/velkd. Die geschäftsführende Präsidentin der Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG), Elisabeth Parmentier (Strassburg), hat die evangelischen Kirchen in Europa dazu aufgerufen, ihren «triumphierenden Pluralismus» mit einem verbindlicheren gemeinsamen Engagement zu ersetzen. In einem Interview mit dem Informationsdienst der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sagte Parmentier, friedliche Koexistenz zwischen den Mitgliedskirchen der LKG sei noch keine Kirchengemeinschaft. Mit einer Stimme zu sprechen, bedeute für sie, «dass die Kirchen sich nicht mehr in Konkurrenz und Abgrenzung zueinander sehen, sondern sich gegenseitig vertrauen und voneinander lernen». Einerseits sei das Verlangen spürbar, die Leuenberger Kirchengemeinschaft verbindlicher zu erleben, andererseits dominiert nach Beobachtung der Professorin für Praktische Theologie die Angst, dass sich die LKG auf dem Weg zu einer «Superkirche» befinden könnte, die verbindliche Entscheidungen für die Signatarkirchen treffen wolle.

Elisabeth Parmentier sieht in der «Leuenberger Konkordie» aus dem Jahre 1973, in der lutherische, reformierte und unierte Kirchen untereinander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft vereinbarten, «einen gelungenen Prototyp», der nicht nur ein reformatorisches, sondern ein ökumenisches Modell darstelle. Die Theologin würdigte in dem Interview, dass in den vergangenen dreissig Jahren «riesige ökumenische Schritte zurück gelegt worden seien. Sie sehe das ökumenische Klima jedoch als «sehr gespalten». Auf der einen Seite bestehe der Wunsch nach gelebter und erfahrbarer Einheit. «Auf der anderen Seite spielt sich eine Rühr-mich-nicht-an-Ökumene ab, in der man zwar diplomatisch und freundlich vorgeht, aber ohne sich irgendwie zu engagieren.» Ökumene werde zur Aussenpolitik, zur freundlichen Begegnung, so Parmentier, und erscheine in der Theologie als Anhang. «Wir sollten nicht vergessen, dass die ökumenische Arbeit nicht Nebensache oder Wahlfach ist, denn Versöhnung ist die christliche Botschaft», mahnt die LKG-Präsidentin.

Aus: Reformierter Pressedienst (CH), 5. Februar 2002

Quelle: http://www.ref.ch/rna/meldungen/6724.html

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