Ökumeniker besorgt über Zukunft des Weltkirchenrates

Loccum (epd). Deutsche Ökumene-Experten haben sich für eine Stärkung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) ausgesprochen. In einem Memorandum wandten sich die Teilnehmer eines "Ökumenischen Ratschlags" am Freitag im niedersächsischen Loccum gegen eine Aufspaltung der Weltchristenheit in die drei großen Blöcke der katholischen, orthodoxen und reformatorischen Kirchen. Zu den rund 30 Teilnehmern der Tagung in der Evangelischen Akademie gehörten der frühere ÖRK-Generalsekretär Philip Potter und als Gast die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann.

Käßmann hatte Anfang September ihre langjährige Mitarbeit im Weltkirchenrat beendet, nachdem weitreichende Änderungen in der Arbeit des ÖRK beschlossen worden waren. So sollen keine gemeinsamen Gottesdienste in der bisherigen Form mehr stattfinden, Beschlüsse sollen nur noch nach dem Konsensprinzip gefasst werden. Damit wollte der ÖRK Beschwerden der orthodoxen Mitgliedskirchen entgegenkommen. Als Antwort auf diese Krise ist auch eine Trennung in konfessionelle Weltbünde im Gespräch.

Das Loccumer Memorandum unterstreicht die Bedeutung des ÖRK für die Verbindung der Kirchen untereinander und "um der notleidenden Welt willen". Angesichts der heutigen Kriegsgefahr und weltweiter Verelendung in globalisierten Abhängigkeiten sei der ÖRK weiter nötig. Er biete Raum, um "lebensdienliche Alternativen zu entwickeln und zu fördern". Die Verfasser verweisen auf den Kampf des ÖRK gegen die Rassentrennung, für die Rechte der Frauen und gegen Gewalt.

Die Ökumene-Experten, organisiert in einem "Plädoyer für eine ökumenische Zukunft", plädieren für eine intensive Diskussion der neuen Regeln bis zur Vollversammlung 2006. Gegenüber den Orthodoxen halten sie daran fest, "dass Frauen und Männer in gleicher Weise liturgische Leitungsaufgaben wahrnehmen". (10618/15.11.02)

18.11.02

Quelle: http://www.epd.de/nachrichten/752_11277.htm