Ökumene: Schatten über Pfingsten
RNA/lwi, 9.3.2004. Die lutherischen Bischöfe Deutschlands sind von den
römisch-katholischen Kollegen enttäuscht. Diese haben nämlich den Vorschlag
abgelehnt, den Pfingstmontag als Fest der Einheit der Christen zu begehen.
Die lutherischen Bischöfe betonen in einer Verlautbarung vom Dienstag, dass
dieser Vorschlag vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken gekommen sei.
Damit sollte vor allem ein Zeichen für die vielen konfessionsverbindenden
Ehen und Familien gesetzt werden. Die Generalsynode der Vereinigten
Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) habe diesen Vorschlag
an die römisch-katholische Bischofskonferenz weitergeben.
Der Vorschlag sei eindeutig davon ausgegangen, dass solch eine Festlegung
des Pfingstmontags nicht die Eucharistiefeier an diesem Tag in Frage stellen
sollte. Dieses Fest der Einheit der Christen sollte die Eucharistiefeier
nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die lutherischen Bischöfe stellen darum
fest, dass der ablehnende Beschluss der katholischen Bischöfe an der Sache
vorbeigehe, da ein Vorschlag abgelehnt wurde, der gar nicht unterbreitet
worden sei. Die lutherische Bischofskonferenz bedauert und ermutigt die
Gemeinden, überall dort, wo am Pfingstmontag bereits ökumenische
Gottesdienste gefeiert würden, an dieser Tradition festzuhalten.
Aus: Reformierter Pressedienst, 9.3.2004
Quelle: http://www.ref.ch/rna/meldungen/7979.html
Bischof Friedrich: "Chance für ökumenisches Signal
vertan"
München, 5.3.2004 (epd). Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes
Friedrich hat mit Enttäuschung auf die Ablehnung der Deutschen
Bischofskonferenz reagiert, den Pfingstmontag als ökumenisches "Fest der
Einheit der Christen" zu begehen. Er bedauere zutiefst, dass die
katholischen Bischöfe eine "weitere Chance für ein ökumenisches Signal
vertan haben", erklärte Friedrich, der auch
"Catholica-Beauftragter" der
Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist, am
Freitag.
Die Entscheidung der Bischöfe treffe vor allem Menschen in
konfessionsverschiedenen Ehen und Familien, so Friedrich. Ein gemeinsamer
Gottesdienst am Pfingstmontag, wie er bereits von evangelischen und
katholischen Gemeinden gefeiert werde, gefährde die katholische
Eucharistiefeier nicht. Außerdem sei bei dem Vorschlag nicht beabsichtigt
gewesen, die Eucharistiefeier durch das Fest der Einheit der Christen zu
ersetzen.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hatte die ökumenische Feier am
Pfingstmontag angeregt. Hinter diesen Vorschlag haben sich von evangelischer
Seite der Catholica-Beauftragte und die Generalsynode der VELKD gestellt.
Wie Friedrich ankündigte, wollen die evangelisch-lutherischen Kirchen trotz
der Ablehnung der katholischen Bischöfe an dem Vorschlag festhalten.
(02367/5.3.2004)
Quelle: http://www.epd.de/index_2308.html