Ökumene:
Landesbischof Friedrich ermuntert katholische Bischöfe
Positive Signale vermisst
HEILSBRONN, 25.3.2004 (dpa). Der evangelische Landesbischof Johannes
Friedrich vermisst bei seinen katholischen Amtsbrüdern positive Signale in
der Ökumene. Das katholische Kirchenrecht gebe den deutschen Bischöfen
durchaus Spielräume für eine Annäherung. Leider würden diese Möglichkeiten
von den katholischen Bischöfen derzeit aber nicht genutzt, sagte Friedrich
am Rande der evangelischen Landessynode in Heilsbronn.
Als Beispiel nannte er den Vorstoß der Protestanten für gemeinsame Aktionen
beider Kirchen am Pfingstmontag. Dies hätten die katholischen Bischöfe
abgelehnt. "Der Pfingstmontag wäre ein solches positives Signal gewesen.
Dies ist leider nicht erfolgt", bedauerte Friedrich. "Ich bin zum
ersten Mal
etwas enttäuscht, seitdem ich Catholica-Beauftragter der evangelische Kirche
bin", fügte der Landesbischof hinzu.
Dennoch sei er überzeugt, dass es eine Mehrheit in der deutschen
katholischen Bischofskonferenz für ein solches Zeichen der Ökumene gibt.
Anscheinend wolle aber die Mehrheit die Minderheit nicht überstimmen.
"Offenbar ist die Einheit der Bischofskonferenz ein hohes Gut und das
macht
die Sache schwierig."
Um die Ökumene voranzubringen, setzt Friedrich auf so genannte
"Lehrgespräche", in denen Theologen beider Konfessionen Möglichkeiten
der
Annäherung ausloten sollen. Zudem sollten beide Kirchen häufiger gemeinsam
Position in zentralen gesellschaftlichen Fragen beziehen, wie etwa der
Bioethik. Hier gebe es auf vielen Feldern Übereinstimmung.
Aus: Nürnberger Nachrichten, 25.3.2004
Quelle: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=176029&kat=27