Keine eucharistische Gastfreundschaft bei Katholikentag in Ulm

Stuttgart, 25.5.2004 (Kipa). Die drei "Reformbewegungen" Initiative Kirche
von unten (IKvu), Leserinitiative (Publik (LIP) und "Wir sind Kirche" wollen
beim Deutschen Katholikentag in Ulm keinen Gottesdienst mit eucharistischer
Gastfreundschaft anbieten. Das sagten Vertreter der Gruppierungen am
Dienstag vor Journalisten in Stuttgart. Der 95. Deutsche Katholikentag vom
16. bis 20. Juni in Ulm steht unter dem Motto "Leben aus Gottes Kraft".

Nach den Worten des Sprechers von "Wir sind Kirche", Christian Weisner, soll
mit diesem Verzicht verhindert werden, dass möglicherweise ein katholischer
Priester nach einer gemeinsamen Abendmahlsfeier abgestraft werde, wie das
nach dem Ökumenischen Kirchentag im vergangenen Jahr in Berlin geschehen
sei.

Die drei "Reformbewegungen" würden das Thema gemeinsame Abendmahlsfeier aber
auf dem Kirchentag ansprechen. Eine entsprechende Veranstaltung von "Wir
sind Kirche" werde parallel zum Katholikentag in Ulm stattfinden. Weisner
bedauerte, dass diese Veranstaltung nicht ins offizielle Programm des
Katholikentags aufgenommen worden sei. Auch kritisierte er, dass "Wir sind
Kirche" nicht wie bei früheren Katholikentagen in der Programmkommission
vertreten gewesen sei. Die Bewegung stehe aber mit einigen anderen
Veranstaltungen im Programm.

Gegen "Definition der Ökumene von oben"
Aus Sicht der IKvu ist die Ökumene zur Zeit "vor allen Dingen von der
katholischen Amtskirche auf Eis gelegt". Man wende sich entschieden gegen
eine "Definition der Ökumene von oben". Die IKvu setze auf den Dialog mit
und in einzelnen Gruppen und Initiativen, die selbst bestimmten, wie weit
sie ökumenisches Leben und Arbeiten gestalteten. (kipa/b/gs)

Quelle: http://www.kipa-apic.ch/meldungen/sep_show_de.php?id=1743


Reformkräfte wollen beim Katholikentag nicht provozieren

Stuttgart, 25.5.2004 (epd). Die katholischen Reformbewegungen wollen auf dem
Deutschen Katholikentag Mitte Juni in Ulm Konflikte mit der Kirchenleitung
vermeiden. "Wir wollen nicht provozieren", sagte Christian Weisner von der
Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" am Dienstag vor Journalisten in
Stuttgart. Weisner und Vertreter der "Initiative Kirche von unten" sowie der
"Leserinitiative Publik" bewerteten es als positiv, dass bisher noch kein
katholisches Laientreffen so ökumenisch ausgerichtet gewesen sei.

Weisner erklärte, es mache keinen Sinn, erneut einen Pfarrer zu "verheizen".
Nach dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin im vergangenen Jahr waren zwei
Priester, Gotthold Hasenhüttl und Bernhard Kroll, wegen ihrer Teilnahme an
den von den Reformkräften veranstalteten gemeinsamen Abendmahlfeiern von
ihren Bischöfen suspendiert worden. Die Kirchenvolksbewegung wies darauf
hin, dass in Ulm auch keine evangelische Gemeinde bereit sei, zu einem
ökumenischen Abendmahl einzuladen.

Bis auf eine Ausnahme sind in diesem Jahr alle Veranstaltungen der
Reformbewegungen Teil des offiziellen Programms des Laientreffens vom 16.
bis 20. Juni. (05582/25.5.2004)

Quelle: http://www.epd.de/ticker/nr01/et01-20040525t194455453.htm


Linktipp zum Thema:

IKvu-SPECIAL "Gemeinsames Abendmahl?"
==> http://www.ikvu.de/abendmahl/