EKD lädt Katholiken zu gemeinsamem Abendmahl ein
Wülfinghausen (AP) Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat die
gegen eine Annäherung der Konfessionen gerichtete Eucharistie-Enzyklika von
Papst Johannes Paul II. mit einer Einladung an «alle getauften Christen» zum
evangelischen Abendmahl beantwortet. Wie der Rat der EKD am Freitag in
Wülfinghausen bei Hannover beschloss, gilt dies für die evangelischen
Abendmahlsgottesdienste auf dem ersten Ökumenischen Kirchentag, der vom 28. Mai
bis 1. Juni in Berlin stattfindet.
Der Rat der EKD begründete seinen Schritt mit dem Hinweis, dass das
Abendmahl alle empfangen könnten, «die als getaufte Christen die Teilhabe an
der Gegenwart Christi in Brot und Wein begehren». Jeder evangelische
Abendmahlsgottesdienst trage daher ökumenischen Charakter. In der Erklärung des
Rates wird ferner darauf verwiesen, dass die Einladung Christi zum gemeinsamen
Mahl «wichtiger als alle konfessionellen Unterschiede im Amtsverständnis» sei.
Gerade für Christen in so genannten Mischehen sei dies eine dringend gebrauchte
und ersehnte Gelegenheit, in der Feier des Abendmahls nicht weiter getrennt zu
bleiben.
Erneut übte die EKD in diesem Zusammenhang deutliche Kritik an Papst
Johannes Paul II., der seine Darstellung der katholischen Lehre von der
Eucharistie mit deutlichen Abgrenzungen gegen die Evangelische Kirche verbunden
hatte. Diese «in der Sache nicht neuen Abgrenzungen» seien in der Enzyklika «in
schroffer Form» vorgebracht worden und belasteten deshalb die auf den
Ökumenischen Kirchentag bezogene Diskussion, heißt es in der Erklärung des
Rates.
Die EKD will ihre Einladung zum Abendmahl jedoch nicht als Provokation
verstanden wissen. In ihrer Erklärung heißt es ausdrücklich, dass sie jede
Aufdringlichkeit vermeiden wolle: «Sie bedrängt damit die Gewissen derer nicht,
die im Gehorsam gegen ihre eigene Kirche von der eucharistischen
Gastfreundschaft, die ihnen gewährt wird, keinen Gebrauch machen möchten.»
25. April
2003
Quelle: http://de.news.yahoo.com/030425/12/3evsn.html