Ökumene:
Bischof Müller für weiteren ökumenischen Kirchentag
München / Regensburg, 2.1.2004 (KNA). Der katholische Ökumene-Bischof
Gerhard Ludwig Müller hat sich für einen weiteren Ökumenischen Kirchentag
ausgesprochen. Eine "Eintagsfliege" mache keinen Sinn, betonte Müller
am
Freitag in einem gemeinsamen Interview mit der Katholischen
Nachrichten-Agentur (KNA) und dem Evangelischen Pressedienst (EPD). Der
nächste Ökumenische Kirchentag sollte aber von "überzogenen
Erwartungen"
befreit werden. Er dürfe nicht von bestimmten Gruppen und Medien
instrumentalisiert werden, um die "wahre und ernsthafte ökumenische
Bewegung
vor Schaden zu bewahren".
Zur Situation der Ökumene sagte der Vorsitzende der Ökumene-Kommission der
Deutschen Bischofskonferenz, es gebe in der Frage des gemeinsamen Abendmahls
"gravierende sachliche Unterschiede" zwischen der katholischen und
evangelischen Sicht, die momentan nicht zu überbrücken seien. Die Ökumene
sollte jedoch nicht allein auf den gemeinsamen Empfang der Kommunion
zugespitzt werden. Katholische und evangelische Christen könnten bereits
jetzt gemeinsam des Wort Gottes hören und ihr geistliches Leben fördern,
betonte Müller.
Kirchentrennung nie zu rechtfertigen
Neben der Eucharistie sieht der Regensburger Bischof als hauptsächlichen
Hindernisgrund für die Einheit der Kirchen das abweichende Verständnis des
priesterlichen Amtes. Er räumte jedoch ein, dass Kirchentrennung
grundsätzlich nie gerechtfertigt werden könne. "Sie muss so bald als
möglich
überwunden werden." Besondere seelsorgerliche Probleme, etwa in
konfessionsverbindenden Ehen, können Müller zufolge nur im Einzelfall gelöst
werden. Aber auch diese Entscheidungen dürften nicht auf der
"Großzügigkeit"
des jeweiligen Priesters beruhen, sondern bräuchten ein theologisches
Fundament, sagte der Bischof.
Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040102t133301421.htm
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Linktipps zum Thema:
http://www.ikvu.de/abendmahl/
http://www.oekt.de