Ökumene: Katholische Bischöfe kritisieren Reformgruppen und Protestanten

Saarbrücken/Reutlingen (AP) Kurz vor Beginn des ökumenischen Kirchentages haben zwei katholische Bischöfe die Befürworter gemeinsamer Abendmahlsfeiern mit den Protestanten kritisiert. Der Trierer Bischof Reinhard Marx warf den kirchenkritischen katholischen Reformgruppen vor, der Ökumene mehr zu schaden als zu nutzen. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, übte scharfe Kritik am Abendmahls-Verständnis der evangelischen Kirche.

 

Marx kritisierte in der «Saarbrücker Zeitung» (Dienstagausgabe) die von den Reformgruppen organisierten gemeinsamen Mahlfeiern mit Protestanten am Rande des Ökumenischen Kirchentages, der am Mittwoch in Berlin beginnt. Statt zu mehr Einheit führe dieser Weg zur Spaltung innerhalb der katholischen Kirche und zu einer Belastung der Ökumene mit den orthodoxen Kirchen. Die Einheit der Kirche brauche eine stabile Basis und nicht nur den Überschwang des Wollens. In der Ökumene gehe es nicht um Kompromisse, sagte Marx.

 

Fürst sagte in einem Interview des «Reutlinger General-Anzeigers» vom gleichen Tag, es eine unbefriedigende Situation, dass Katholiken und Protestanten kein gemeinsames «ökumenisches Abendmahl» feiern könnten. Eine erhebliche Mitschuld daran trügen weite Teile der evangelischen Kirche, weil sie im Abendmahl inzwischen «nur einen Impuls für die Kirchengemeinschaft» sähen. «Wenn die evangelische Kirche zum Abendmahlsverständnis Martin Luthers stünde, dann gäbe es eine Basis für das gemeinsame Abendmahl», zitierte die Zeitung den Bischof.

 

Papst Johannes Paul II. hatte in seiner Enzyklika über die Eucharistie katholische Gläubige dazu aufgefordert, sich von der Teilnahme an einer Kommunion fern zu halten, «um nicht einer Zweideutigkeit über die Natur der Eucharistie Vorschub zu leisten».

 

26. Mai 2003

Quelle: http://de.news.yahoo.com/030526/12/3gp94.html