Ökumene: Absage an Abendmahlsgemeinschaft
Fulda (AP) Der Münchner
Kardinal Friedrich Wetter hat am Mittwoch einer Abendmahlsgemeinschaft von
Katholiken und Protestanten eine klare Absage erteilt. In einer Predigt am
zweiten Tag der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda bekräftigte
der Erzbischof von München und Freising das unabänderliche Festhalten an der
katholischen Auffassung von der Eucharistie als «wahrhafter Leibwerdung
Christi».
Daran halte die katholische
Kirche in Treue fest, sagte Wetter. Er ging nicht direkt auf die Bestrebungen
zur Schaffung einer Abendmahlsgemeinschaft ein.
Nach dem Verständnis der katholischen
Kirche werden beim Messopfer Hostien und Wein in das Fleisch und Blut Jesu
verwandelt. Die Protestanten sehen eine solche Wesensverwandlung von Brot und
Wein nicht als gegeben an.
Wetter sagte, wie schon bei
der Einsetzung des «eucharistischen Geheimnisses» durch Jesus Christus sei es
auch heute «Christen und Leuten in der Kirche» unerträglich, das Abendmahl
wirklich als «Leib Christi oder Fleisch und Blut» zu empfinden. Man spreche von
«geweihtem Brot», weil sich die Kirchgänger nicht zum Bekenntnis der
leibhaftigen Gegenwart des Herrn «aufraffen» könnten.
Die Kirche müsse darauf
genauso standhaft reagieren wie einst Jesus selbst, sagte Wetter. «Die Wahrheit
des Glaubens erlaubt keine Kompromisse und ist nicht verhandelbar.»
Glaubenswahrheiten dürften nur bezeugt, aber nicht verhandelt werden. Dies sei
keine Aufforderung zur Intoleranz. Toleranz belasse den anderen ihre Freiheit,
könne aber nicht die Aufgabe eigener Überzeugungen bedeuten. Wetter forderte
die Katholiken auf, sich nicht von der «verbreiteten Meinung anstecken zu
lassen, dass sich jeder seinen Glauben selbst zurecht modeln kann».
Die Pastoralkommission der
Bischofskonferenz sprach sich dafür aus, die Kirchentüren möglichst immer offen
zu halten, um auch Außenstehenden eine Berührung mit dem Glauben zu
ermöglichen. Der Erfurter Bischof Joachim Wanke stellte eine Initiative «Offene
Kirchen - Brennende Kerzen - Deutende Worte» vor. Immer mehr Menschen suchten
die Kirchen außerhalb der Gottesdienste auf; der Kölner Dom sei mit über sechs
Millionen Besuchern pro Jahr das meistgefragte Gebäude der Bundesrepublik,
sagte Wanke. Auch wenn der Besuch oft der alten und wertvollen Ausstattung der
Gotteshäuser gelte und nicht der Suche nach Gott, sollten diese «ersten
Schritte» durch persönliche Begegnungen verstärkt werden. Kirchenführungen
durch engagierte Gemeindemitglieder sollten in allen Diözesen Schule machen.
24. September 2003
Quelle: http://de.news.yahoo.com/030924/12/3nnzq.html