Erste Schritte zu einer interkonfessionellen Abendmahlsgemeinschaft
"Einheit und Vielfalt" oder "Versöhnte Verschiedenheit"
Arbeitsgemeinschaft Studierende der Katholischen Theologie in Deutschland (AGT) und Studierendenrat der Evangelischen Theologie (SETh)
19.11.01 Auf der Burg Rothenfels, die schon häufig ein Ort des ökumenischen Dialogs war, hat vom 16. bis zum 18. November 2001 eine gemeinsame Tagung des Studierendenrates der Evangelischen Theologie (SETh) und der Arbeitsgemeinschaft Studierende der Katholischen Theologie in Deutschland (AGT) stattgefunden. Der Seminarteil beschäftigte sich mit dem Thema "Theologische Möglichkeiten und Grenzen zu einem ökumenischen Abendmahl".
Auf Grund der aktuellen Diskussionen um die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre und die Erklärung Dominus Iesus, um das Feierabendmahl beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2001 in Frankfurt/Main und um den ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin, entstand der Wunsch, die gegenseitigen Positionen besser kennenzulernen und nach gemeinsamen Wegen zu einer interkonfessionellen Abendmahlsgemeinschaft zu suchen.
Mit den Referenten Athina Lexutt, Privatdozentin für Kirchengeschichte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät Bonn und Norbert Scholl, emeritierter Professor für Katholische Theologie in Heidelberg, haben SETh und AGT die einzelnen Positionen erarbeitet und dabei festgestellt, dass mit der Bereitschaft voneinander zu lernen, Dialoge zu führen und Prioritäten zu setzen, Unterschiede zu erkennen und zu respektieren und die Klärung der Definition von Kirche die Grundlagen für eine ökumenische Zusammenarbeit gegeben sind.
Statt der Forderung: "Alles oder Nichts !" soll Raum für kreative, mutige Ideen und Initiativen in den Kirchen geschaffen werden. Kontroverse Fragen des Eucharistie- und Amtsverständnisses wurden sehr wohl berücksichtigt, deren Diskussion jedoch den zuständigen Entscheidungsträgern überlassen, da der Wunsch nach Abendmahlsgemeinschaft im Vordergrund stehen soll.
Eine eucharistische Mahlgemeinschaft setzt voraus, dass auch eine Glaubensgemeinschaft besteht. Dies kann und darf aber nicht heißen, alle müssten sich unter die Führung der römisch-katholischen Kirche begeben, sondern vielmehr könnte es eine "Einheit und Vielfalt" oder eine "versöhnte Verschiedenheit" geben, die durchaus andere Sichtweisen der jeweiligen Kirchen als bereichernd und impulsgebend begrüßen würde. Letzteres ist derzeit schon innerhalb der evangelischen wie auch der katholischen Kirche Realität. Aus diesem Grund bitten SETh und AGT die verantwortlichen von den Kirchen, sich um weitere einheitsfördernde Schritte bezüglich der ökumenischen Verständigung zu bemühen, da die Praxis der Lehre bereits vorauseilt.
Weiterhin gab es nicht nur auf kirchen-, sondern auch auf hochschulpolitischer Ebene konstruktive Gespräche, die zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den beiden Gremien, welche die Debatte um die Vereinheitlichung internationaler Abschlüsse (Bachelor/Master), sowie die mögliche Einführung von Studiengebühren problematisieren. Sie dient der gegenseitigen Unterstützung durch Informations- und Erfahrungsaustausch.
Weitere inhaltliche Punkte waren die Erstellung einer Geschäftsordnung für gemeinsame Tagungen von SETh und AGT, das Engagement auf dem ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin sowie die Verabredung regelmäßiger Zusammenkünfte.
Personell repräsentieren die AGT Patrick Becker (München) und Robert Schätzle (Würzburg), den SETh Annette Heydorn (Kiel) und Katharina Weißenborn (Berlin), die gerne für weitere Informationen und Vorschläge zurVerfügung stehen.
AGT-Geschäftsführung Öffentlichkeitsarbeit
Patrick Becker
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