Ökumene - wenig Hoffnung auf eine gemeinsame Eucharistie- und Abendmahlsfeier
Berlin (dpa), 19.4.2002. Knapp 14 Monate vor dem Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin hegen die Organisatoren wenig Hoffnung auf eine gemeinsame Eucharistie- und Abendmahlsfeier während der bisher größten Begegnung von Katholiken und Protestanten in Deutschland. Alles deute darauf hin, dass die Taufe die Gemeinsamkeiten beider Konfessionen beim Eröffnungsgottesdienst am 28. Mai 2003 symbolisch verdeutlichen werde, sagte das katholische Präsidiumsmitglied des Kirchentags, Hans-Jürgen van Schewick, bei der Eröffnung des Organisationsbüros am Donnerstagabend in Berlin. Die Gestaltung des Abschlussgottesdienstes sei noch offen.
Auch für die Repräsentanten der evangelischen Kirche im Präsidium gibt es wenig Aussichten auf ein gemeinsames Abendmahl. "Es schmerzt uns, dass das nicht möglich ist", sagte Probst Karl-Heinrich Lütke, Stellvertreter des evangelischen Bischofs von Berlin-Brandenburg. Bisher haben Vertreter beider Kirchen noch keinen Kompromiss für ein gemeinsames Abendmahl gefunden. Die katholische Kirche lehnt eine gemeinsame heilige Handlung auf dem Ökumenischen Kirchentag bisher strikt ab.
Zum ersten Ökumenischen Kirchentag vom 28. Mai bis zum 1. Juni 2003 erwarten die Veranstalter mindestens 100 000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland. Geplant sind zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen, von Gebets- und Meditationsstunden über einen "Markt der Möglichkeiten" bis zu einem Kunst- und Kulturfest. Nach den bisherigen Planungen soll der zentrale Eröffnungsgottesdienst im Bereich des Boulevards Unter den Linden in Berlin-Mitte stattfinden. Ferner sind zwölf dezentrale Gottesdienste geplant. Der Ökumenische Kirchentag wird vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken organisiert. Insgesamt steht den Veranstaltern ein Etat von 17 Millionen Euro zur Verfügung.
19.4.02
Quelle: http://www.dpa.de