Bischof Müller: Ökumene-Tag am 3. Oktober ansetzen

München, 1.6.2004 (KNA). Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat
sich für einen gemeinsamen Ökumene-Tag der katholischen und evangelischen
Kirche ausgesprochen. Als mögliche Termine kommen seiner Ansicht nach der
Freitag vor Pfingsten, der Reformationstag oder der Tag der Deutschen
Einheit in Frage. Müller, der Vorsitzender der Ökumene-Kommission der
Deutschen Bischofskonferenz ist, äußerte sich in der in München
erscheinenden "Süddeutschen Zeitung" (Pfingstausgabe).

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich, ebenfalls
Ökumene-Beauftragter seiner Kirche, bedauerte jedoch in dem gemeinsamen
Interview, dass die Deutsche Bischofskonferenz den Pfingstmontag als Tag der
Ökumene abgelehnt habe. "Wir brauchen ein solches klares gemeinsames Signal,
dass die Ökumene den Kirchen wichtig ist." Müller gab jedoch zu bedenken,
dass am Pfingstmontag bei den Katholiken auch viele traditionsreiche
Wallfahrten und Kirchenfeste stattfinden würden. "Es war also ein Nein zum
Termin, nicht zur Idee."

Müller nannte die Kirchentrennung eine "Wunde am Leib Christi" der Kirche.
Der fortschreitenden Säkularisierung könne nur die Einheit der Christen
entgegengesetzt werden. Auch Friedrich bezeichnete die Trennung historisch
gesehen als "schmerzhaft". Dennoch zeigte sich der Landesbischof davon
überzeugt, dass es trotz aller Unterschiede der beiden Kirchen in den
kommenden Jahren noch mehr gemeinsame Stellungnahmen zu gesellschaftlich
relevanten Themen geben werde. Auch Diakonie und Caritas würden schon aus
politischer und wirtschaftlicher Vernunft heraus enger zusammenarbeiten
müssen. Müller stimmte dem zu, meinte aber: "Gewaltsam Unterschiede
wegbügeln können wir nicht."

Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040601t123044515.htm