Obama mahnt Religionsfreiheit in Türkei an
Istanbul. Zum Abschluss seines Besuchs in der Türkei ist US-Präsident Barack Obama am Dienstag in Istanbul mit Vertretern unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse zusammengetroffen. Obama wollte damit ein Zeichen für die Toleranz unter den Religionen setzen.
Ein Thema, das bereits am Vortag bei der Rede des US-Präsidenten im türkischen Parlament und bei seiner Teilnahme an einem Treffen der Allianz der Kulturen breiten Raum einnahm.
Priesterseminar
Am Dienstagmorgen führte Obama in seinem Istanbuler Hotel Gespräche mit Istanbuls höchstem Rabbiner Isak Haleva, dem syrisch-orthodoxen Erzbischof Yusuf Cetin, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäos, dem armenischen Patriarchen Mesrob II und dem islamischen Mufti Mustafa Cagrici. Anschließend besuchte Obama in Begleitung des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan die Blaue Moschee und die Hagia Sofia. Sie war bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 die bedeutendste Kirche der Christenheit. Heute ist die Hagia Sofia ein Museum.
In dem Gespräch mit Bartholomäos, der auch Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Christen in der Türkei ist, ging es vor allem um die Zukunft des orthodoxen Priesterseminars auf der Insel Halki im Marmarameer. Die Religionsschule war vom türkischen Staat Anfang der 1970er Jahren geschlossen worden. Bisher bemüht sich die orthodoxe Kirche vergeblich um eine Wiedereröffnung der Schule, an der früher ihr Priesternachwuchs ausgebildet wurde. Patriarch Bartholomäos sagte nach dem Gespräch mit Obama, den er als „freundlichen und einfachen Menschen” beschrieb, er sei zuversichtlicher als je zuvor, was die Zukunft des Priesterseminars angehe.
Wichtiges Signal
Bereits am Montag hatte Obama vor der Nationalversammlung dazu aufgerufen, die Wiedereröffnung der orthodoxen Religionsschule zu erlauben. Das wäre ein „wichtiges Signal innerhalb der Türkei und über sie hinaus”.
7.4.09
Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/bericht-und-hintergrund/2009/4/7/news-116599283/detail.html