Muslimische Verbände rügen Islam-Papier der

evangelischen Kirche

 

Köln (epd). Die großen muslimischen Verbände haben ihre Kritik an dem Positionspapier der

Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Umgang mit Muslimen untermauert. Wenige

Tage vor einem Treffen mit EKD-Repräsentanten veröffentlichte der Koordinationsrat der Muslime

am Donnerstag eine detaillierte Stellungnahme zu dem evangelischen Islampapier. Darin wird der

evangelischen Kirche Abgrenzung und Profilierung auf Kosten der Muslime vorgeworfen.

 

Koordinationsrat-Sprecher Ayyub Köhler kündigte in Köln an, dass am nächsten Mittwoch in

der Mannheimer Moschee ein Gespräch der Muslime mit der EKD stattfinden werde. Davon

erwarte die muslimische Seite einen "fruchtbare Diskussion" über den EKD-Text, der für

Verstimmung gesorgt hatte. So hatten die Verbände ein ursprünglich für Februar anberaumtes

Spitzengespräch mit Hinweis auf "Klärungsbedarf" kurzfristig abgesagt. Der Koordinationsrat

wurde im April gebildet, ihm gehören die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion

(DITIB), der Islamrat, der Verband der Islamischen Kulturzentren und der Zentralrat der

Muslime an.

 

Der Koordinationsrat rügt, Vorurteile und Klischees gegenüber Muslimen würden genutzt,

um die Überlegenheit der evangelische Kirche darzustellen. Die EKD scheine Wert darauf zu

legen, "bestehenden Vorurteilen gegenüber dem Islam eine kirchlich-offizielle Bestätigung zu geben

und sogar Klischees, die in evangelikalen Kreisen über den Islam verbreitet werden, einer breiteren

Öffentlichkeit zugänglich zu machen." An einigen Stellen sei die EKD-Handreichung anmaßend,

betreibe "Angstmacherei" und bediene sich der Sprache der Verfassungsschutzberichte, beklagen

die Verbände. (d52313/24.5.2007)

 

Quelle: http://www.epd.de/west_index_49725.html