„Die Muslime und die Christen glauben nicht an
denselben Gott“
Bischof Müller von Regensburg zum Hochfest der Erscheinung des Herrn:
Die
Predigt von Bischof Gerhard Ludwig im Wortlaut:
In
regelmäßigen Abständen werden immer wieder Kampagnen veranstaltet gegen die
Kirche.
Bischöfe,
Priester und Religionslehrer, die den Mut aufbringen, den katholischen und
christlichen
Glauben
unverkürzt zu bekennen, werden als Fundamentalisten und Erzkonservative
verschrien.
Wer
die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus als eine geschichtliche Tatsache
anerkennt,
und es
wagt, ihre Reduktion auf eine bloß legendarische Einkleidung allgemeiner
Wahrheiten
abzulehnen,
der wird mit einem Bombardement hinterhältig formulierter Schlagzeilen in Grund
und
Boden geschossen. So erging es kurz vor Weihnachten dem Kölner Erzbischof
Joachim
Kardinal
Meisner. Welchen wunden Punkt der schönen neuen Multi-Kulti-Welt hatte er denn
getroffen?
Er
hatte nur die eine Wahrheit des katholischen Glaubens zum Ausdruck gebracht,
dass
Christen
seit der Selbstoffenbarung Gottes in der Menschwerdung des Sohnes und der
endzeitlichen
Ausgießung des Heiligen Geistes nur im Heiligen Geist durch Jesus zu Gott,
Abba
Vater sagen können. Christen glauben an den dreifaltigen Gott und beten so zu
ihm
wie er
sich uns geoffenbart hat.
Da
Gott-Allah in der muslimischen Religion im Gegensatz zum dreifaltigen Gott und
der
Fleischwerdung
des ewigen WORTES von den Anhängern der Lehre des Mohammed
erkannt
und verehrt wird, ist er nicht identisch mit dem Gott und Vater Jesu Christi,
dem
einzigen
Mittler zwischen Gott und den Menschen. Die Muslime und die Christen glauben
nicht
an denselben Gott. Obwohl es nur einen Gott gibt, lässt der prinzipielle
Gegensatz im
Gottesglauben
ein gemeinsames Gebet nicht zu. Ein Christi kann daher im persönlichen Gebet
und im
öffentlichen Gottesdienst der Kirche, etwa einem Wortgottesdienst und einer
Andacht,
gemeinsam
auch mit Christen anderer Konfessionen beten, aber prinzipiell niemals mit
Angehörigen
einer Religion, die ein unvergleichbar anderes Gottesverständnis haben. Aber
kann
man dafür nicht das Beispiel von Päpsten nennen? Nein, die Päpste Johannes Paul
II. und
Benedikt
XVI. haben bei dem Treffen religiöser Autoritäten in Assisi und beim Besuch in
der
Blauen
Moschee von Istanbul keineswegs mit Nichtchristen und schon gar nicht auf eine
nichtchristliche
Art gebetet. Denn etwas ganz anders ist es, Respekt zu zeigen vor den Menschen
eines
anderen religiösen Wahrheitsgewissens als mit ihnen auf der Grundlage einer von
Menschen
konstruierten
Allgemein-Religiosität einen nur gedachten Einheitsgott zu verehren.
Wir
sind gewiss der Überzeugung, dass jeder Mensch mit dem Licht seiner Vernunft
zum
Monotheismus
kommen kann, weil die Spur des Schöpfers in der Welt als Manifestation seiner
Macht
und Weisheit schwer zu negieren ist. Aber diese Gotteserkenntnis aus der
natürlichen
Theologie
führt uns nicht wie von selbst zur Selbstoffenbarung Gottes in Christus.
„Niemand hat
Gott
je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat
Kunde gebracht “
( Joh
1,18). Und nur ihn können die Christen allein anbeten: Gott den Vater und den
Sohn und den
Heiligen
Geist, den Schöpfer und Erlöser aller Menschen.
Als
Bekenntnis zum Gott und Vater Jesu Christi lehnen unsere Volksaufklärer des
politmedialen
Meinungsmonopols
das Christentum ab. Als Sozialkitt für die pluralistische Gesellschaft kommt
es
ihnen gerade recht. Nicht das Ganze des Christentum bejahen sie, nur einige
brauchbare
Elemente
wählen sie aus, um von ihren gescheiterten Konzepten einer Integrationspolitik
abzulenken.
Mit
allen Menschen auch anderer Religionen wissen wir uns im Geist der
Nächstenliebe und
des
Respekts vor ihrer religiösen Freiheit herzlich verbunden. Aber wir bekennen
auch freimütig
die
Wahrheit und Wirklichkeit der Selbstoffenbarung Gottes in seinem erwählten Volk
Israel und
in
Jesus Christus seinem Sohn, dem Retter aller Menschen. Und wir sind in Wort und
Werk
seine
Zeugen bis ans Ende der Welt.
Bei
der gerade erwähnten polit-medialen Kampagne kamen sich ein paar Politiker
besonders
pfiffig
vor. Sie meinten, dann solle doch der Kölner Kardinal gleich den Schrein der
Heiligen
Drei
Könige, die in Köln verehrt werden, entfernen lassen, da er doch mit
Andersgläubigen
nichts
zu tun haben wolle. Offenbar fehlt unseren Verfechtern einer Allgemeinreligion
doch
etwas
die Allgemeinbildung, denn sie halten die „Weisen aus dem Morgenland“ für
Moslems.
Die
Erzählung von der Suche der „Sterndeuter aus dem Osten“ will uns aber gerade
nicht zum
interreligiösen
Gebet und zu einer Mischreligion verleiten, sondern demonstriert umgekehrt die
Christozentrik
aller Suche nach Gott. Das Kind in der Krippe ist der Immanuel, der Gott mit
uns.
Die
biblische Erzählung von den Sterndeutern möchte nicht etwa legendarisch
eingekleidet die
religiöse
Bedeutung Jesu für die Jünger veranschaulichen. Gerade umgekehrt will sie
bekennen
und
verkünden: In der Person Jesu Christi treffen sich der Weg Gottes zu uns
Menschen und alle
Wege
der Menschen, die nach dem lebendigen Gott suchen. Entscheidend für die
Glaubwürdigkeit
der
Evangelien ist nicht die immer wieder gestellte Frage, ob der Stern von
Bethlehem als ein
physikalisches
Phänomen und die Reise von drei Königen als ein historisches Detailereignis zu
beweisen
sind. Vielmehr ist es das heilsgeschichtliche Ereignis der Erscheinung Christi
vor den
Augen
der Völker, das die Weisen nach dem neugeborenen König der Juden suchen ließen.
Die
Weisen aus dem Morgenland stellen die Gottsucher aller Zeiten dar. Es gab ja
die Proselyten
und
die Gottesfürchtigen außerhalb Israels, d.h. die Heiden, die an den Gott
Israels und seine
messianische
Verheißung glaubten. So war Jerusalem immer der Ort, wo diese sich einfanden
und
dort auf die Verheißung stießen. „Du Bethlehem im Lande Juda... , aus dir soll
ein Fürst
hervorgehen,
der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mt 2,6). Der Evangelist setzt das
Christusbekenntnis
der
Kirche aus Juden und Heiden in das uns vom Alten Testament her bekannte
Zuordnungsverhältnis
der Heiden zum auserwählten Gottesvolk Israel.
Und es
war nicht irgendein Stern, den die Astronomen am nächtlichen Firmament
entdeckten.
Es war
der Stern „des neugeborenen Königs der Juden“, über dessen Kreuz drei
Jahrzehnte
später
der Heide Pilatus die Aufschrift anbringen lässt: Jesus von Nazaret - König der
Juden.
In
prophetischer Weissagung hatte schon Bileam angekündigt: „Ein Stern geht auf in
Jakob,
ein
Zepter erhebt sich in Israel.“ (Num 24,17)
Er ist
das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet (Joh 1,9). Von ihm sagt Jesaja:
„Auf,
werde
licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht
leuchtend
auf über dir. Denn siehe: Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker,
doch
über
dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker
wandern
zu dei-nem
Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz“ (Jes 60,1-3).
Das
bekennt die Kirche seit Anfang an von Jesus. Das macht ihre unverwechselbare
Eigenart
aus in
der Treue zu ihrer Sendung: Dieser Jesus ist nicht irgendein religiöser und
prophetischer
Mensch,
der uns emotional aufwärmt, damit wir den Weltschmerz betäuben, der uns ein
Weltethos
vorprogrammiert, damit wir besser miteinander auskommen. Das Kind Marias ist
der
Sohn
Gottes, „in dem wir mit eigenen Augen das Heil sehen, das Gott vor allen Völkern
bereitet
hat:
ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und Herrlichkeit für sein Volk Israel.“(
Lk 2,30f).
„Als
sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt. Sie gingen in das
Haus.“ Es ist
das
Haus Gottes, die Kirche. „Und sie sahen das Kind und Maria, seine Mutter und da
fielen
sie
nieder und huldigten ihm; dem König der Juden.“
Die
suchenden Heiden haben Jesus gefunden und wurden zu Christusanbetern. Sie
kehren heim
in ihr
Land und werden zu Zeugen und Boten Jesu Christi, der den Jüngern nach seiner
Auferstehung
aufträgt: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht zu
allen
Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen
des
Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu halten, was
sich euch
geboten
habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,19f).
6.1.07
Quelle: http://www.kath.net/detail.php?id=15640