Minister Schily
warnt vor Islamisten
Der islamistische Terrorismus ist nach
Einschätzung von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) weiterhin die größte
Gefahr für die Innere Sicherheit in Deutschland. ...Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2004 ...........
VON THOMAS MARON
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Berlin · 17. Mai · Die Abwehr islamistischen Terrors bleibe
"Schwerpunktaufgabe", sagte Innenminister Schily. Besonders gefährdet
seien US-amerikanische, britische, israelische und jüdische Einrichtungen. Der
geplante Anschlag auf den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi durch
Mitglieder der irakischen Extremistengruppe "Ansar al Islam" in
Berlin habe gezeigt, dass Terrorakte auch auf deutschem Boden vorbereitet
werden. Deutschland, so Schily, sei Teil eines weltweiten terroristischen
Gefahrenraums. Der Innenminister wertet es als Ausweis der Leistungsfähigkeit
deutscher Sicherheitskräfte, dass der Anschlag auf Allawi Ende 2004 vereitelt
wurde und die Polizei zwei mutmaßliche Terroristen festnahm, die im Verdacht
stehen, Selbstmordanschläge in Irak vorbereitet zu haben.
Die Zahl der Mitglieder und Anhänger islamistischer Organisationen sei von 30
950 auf 31 800 gestiegen. Derzeit würden bundesweit 171 Ermittlungsverfahren
mit "islamistisch-terroristischem Hintergrund" geführt .
Schily sieht in Organisations- und Betätigungsverboten ein "sinnvolles
Instrument", um extremistische Bestrebungen zu schwächen. Ein
"wichtiger Beitrag" sei in diesem Zusammenhang das im Dezember 2004
vom Bundesverwaltungsgericht bestätigte Verbot des Vereins Al-Aqsa.
Dieser habe den Terror im Nahen Osten unterstützt, indem er Spenden an
Sozialvereine weiterleitete, die der palästinensisch-islamistischen Terrororganisation
Hamas zuzuordnen seien.
Der SPD-Politiker sieht in der nachrichtendienstlichen Aufklärung dieser
internationalen Finanzbeziehungen und dem anschließenden Verbot einen Beleg
dafür, dass die Ende 2001 verabschiedeten Terrorismusbekämpfungsgesetze der
Bundesregierung sich bewährt haben. Den Kenntnissen des Verfassungsschutzes sei
es außerdem zu verdanken, dass die Yeni Akit GmbH verboten werden
konnte. Der Verlag habe die "anti-jüdische und anti-westliche Hetze"
verbreitende Europaausgabe der türkischen Zeitung Anadoluda Vakit in
Deutschland herausgegeben. Aufs Schärfste verurteilte Schily die in der Türkei
weiterhin vertriebene Publikation, weil diese "eine wüste Hetze gegen die
Bundesregierung" betreibe und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD)
"als Neonazi beschimpft". Die türkische Regierung sei gefordert,
dagegen vorzugehen: Wenn sie kein rechtliches Instrumentarium habe, "dann
soll sie vielleicht eines schaffen", befand Schily. ............
Nach Frankfurter Rundschau 18.5.05
Quelle: http://www.fr-aktuell.de/fr_home/startseite/?sid=651d08f3e41a129aac7d4d8be1ee63fc&cnt=678602