Kardinal Meisner kritisiert Äußerungen des Nuntius zur Liturgie-Instruktion

Vatikanstadt, 21.5.2004 (KNA). Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat
Äußerungen des Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef
Ender, zur jüngsten Liturgie-Instruktion des Vatikan kritisiert. In einem
Telefon-Interview mit Radio Vatikan sagte Meisner, er sei "erstaunt" über
Aussagen des Nuntius. Ender hatte vor einer Woche in Hamburg gesagt, die
Kirche gehe nicht "mit der Keule" gegen Abweichler vor. Es sei niemandem
gedient, "wenn man Leute anzeigt". Im Übrigen kämen derartige
Beschwerdeschreiben meist "aus einer bestimmten Ecke".

"Hochwichtige Instruktion"
Wörtlich sagte Meisner: "Ich bin etwas erstaunt über dieses Urteil des
Nuntius." Der Nuntius sei immer auch der Vertreter des Heiligen Vaters. Die
Instruktion sage ausdrücklich: Man soll sich beim Bischof beschweren, aber
auch der Heilige Stuhl steht dafür offen. "Und ich weiß nicht, was er mit
'bestimmter Ecke' meint", so Meisner weiter: "Ich bin eigentlich ein wenig
traurig über diese Art, in der sich der Nuntius über diese hochwichtige
Instruktion in der Öffentlichkeit geäußert hat."

Ausgangspunkt der Kontroverse ist ein Absatz in dem Vatikan-Dokument, in dem
es heißt, dass Gläubige sich beim Vatikan gegen liturgische Missbräuche von
Pfarrern beschweren können. Die Instruktion "Redemptionis Sacramentum", die
sich gegen eigenmächtige Veränderungen der katholischen Liturgie ausspricht,
war vor einem Monat veröffentlicht worden.

Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040521t152315250.htm