KATHOLIKENTAG

Lehmann verteidigt Teilnahme Drewermanns

Regensburg · 21. Juni · kna · Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller haben das Programm des Ulmer Katholikentags kritisiert. Dass bei einer solchen Veranstaltung dem kritischen Theologen Eugen Drewermann ein Forum geboten worden sei, deute auf "Zerfallserscheinungen in der Kirche" hin, erklärte Müller in Regensburg. Der Paderborner Theologe und Therapeut sei "ein Mann, der gegen die Kirche agiert".

Schick hatte beklagt, wieder einmal stelle sich die Kirche als "Debattierklub über alles und jedes" dar. Berufsmäßigen Kritikern werde die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Der Katholikentag trage mehr zur Orientierungslosigkeit bei, als dass er "Durchblick" auf Jesus Christus gebe.

Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Hans Joachim Meyer, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), widersprachen den Vorwürfen. Lehmann sagte, er habe rücksichtsvolle, sachliche Diskussionen erlebt. Von Orientierungslosigkeit könne er nicht sprechen. Meyer erklärte, Katholikentage seien und blieben Orte des öffentlichen Dialogs. Wer meine, dies stehe im Gegensatz zu den Grundlagen des Glaubens, gehe den Weg in die Sekte.

Quelle: Frankfurter Rundschau 22.6.04, S. 4

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