Wir sind Kirche zur Wiederwahl von Kardinal Lehmann zum Vorsitzenden der DBK

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche begrüßt die Wiederwahl von Kardinal
Lehmann zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz als ein deutliches
Zeichen der deutschen Bischöfe, dass Lehmann als langjähriger Vermittler
zwischen vatikanischen Positionen und deutscher Kirchenrealität weiterhin
ihr Vertrauen hat.

Nach Ansicht der katholischen Reformbewegung ist die erneute Wahl des
Mainzer Kardinals vor allem aber ein positives Signal, dass ein weiteres
fundamentalistisches Abdriften der katholischen Kirche von der Mehrheit der
deutschen Bischöfe nicht mitvollzogen wird.

Auch wenn das Kirchenvolk keinerlei nennenswerte Mitwirkungsmöglichkeiten
bei Bischofsernennungen und so natürlich noch weniger bei der Wahl des
Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz hat, so kann Kardinal Lehmann
sich doch sicher sein, dass seine Wahl von der großen Mehrheit der
Katholikinnen und Katholiken in Deutschland begrüßt wird.

Wir sind Kirche wünscht dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz,
Karl Kardinal Lehmann, dem ebenfalls wiedergewählten Stellvertreter, Bischof
Dr. Heinrich Mussinghoff aus Aachen, sowie dem in seinem Amt bestätigten
Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, Gottes Segen
für ihr Wirken zum Wohle der katholischen Kirche in Deutschland.

Mehr Informationen:

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+ + + i k v u - p r e s s e m i t t e i l u n g 20 / 2005 + + +

IKvu zur Bestätigung von Karl Lehmann als Vorsitzender der Deutschen
Bischofskonferenz.

DBK stärkt Lehmann im Amt und votiert gegen fundamentalistische Tendenzen.

Oscar-Romero-Haus, Bonn, den 20. September 2005.

Mit der erneuten Wahl von Karl Lehmann votieren die Bischöfe für
kirchenpolitische Kontinuität im Amt. Bereits im ersten Wahlgang wurde der
Mainzer Bischof heute eindeutig für eine vierte sechsjährige Amtszeit
bestätigt. Diese bedeutet zugleich eine klare Absage an konservativere und
fundamentalistische Tendenzen in der Bischofskonferenz.

Lehmann vertrat in seiner bisherigen 18-jährigen Amtszeit ein
moderat-konservatives Kirchenverständnis: einerseits offen für
Gedankenspiele, war er jedoch bisher zu schwach, um gegenüber Rom und dessen
Parteigängern in der Bischofskonferenz grundsätzliche Reformen z. B. für die
Gleichberechtigung von Frauen, für geschiedene Wiederverheiratete, für
demokratische Formen der Mitbestimmung und für Fortschritte in der Ökumene
erfolgreich zu vertreten. Diese Themen wurden immer wieder von katholischen
Frauen- und Jugendverbänden, Diözesanräten und Gruppen im Ökumenischen
Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) angemahnt.

Der Mainzer Bischof ist vor allem ein diplomatischer Vermittler und
Moderator, dessen inhaltliche Flexibilität gepaart mit intellektueller
Prägnanz ihn wohltuend aus dem Kreis der deutschen Bischöfe heraushebt.
Allerdings fiel es ihm in den letzten Jahren immer schwerer, die
auseinanderstrebenden Flügel der Bischofskonferenz zusammenzubinden. Nicht
verhindern konnte Lehmann die Gründung des fundamentalistischen "Forums
deutscher Katholiken" im Jahr 2000, die die Polarisierung im deutschen
Katholizismus deutlich verschärfte und seine Position in der DBK etwa
gegenüber dem Kölner Kardinal Meisner und dem Trierer Bischof Marx
schwächte.

Mit der heutigen eindrucksvollen Bestätigung im ersten Wahlgang geht Lehmann
nun deutlich gestärkt in eine neue Amtszeit und erhält die große Chance -
unter veränderten römischen Vorzeichen - zusammen mit den fortschrittlichen
Gruppen im deutschen Katholizismus, in Verbänden, Räten und Gemeinden einen
dringend notwendigen Veränderungsprozeß einzuleiten: einen Weg aus der Krise
zwischen Ansehensverlust, Mitgliederschwund und fundamentalistischen
Tendenzen.

Bernd Hans Göhrig

Bundesgeschäftsführer



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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 37
Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der
Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der
Befreiungstheologie.

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Initiative Kirche von unten (IKvu)