Die Kirche soll mehr
Druck in sozialen Fragen ausüben. Dies forderte der deutsche emeritierte
Professor für
christliche Gesellschaftsethik, Pater Friedhelm Hengsbach SJ, in einem
Interview
mit dem Kölner
"Domradio". Die soziale Schere gehe in Deutschland immer weiter
auseinander,
so Hengsbach. In
diesem Zusammenhang verwies der Jesuit u.a. auf Hartz IV, Massenentlassungen
und die Top-Gehälter
der Manager. Zwar habe Papst Benedikt XVI. ebenso wie sein Vorgänger
lautstark Kritik am
"ungehemmten und entfesselten Kapitalismus" geäußert, dies sei aber
zu wenig.
Die Kirche stehe noch
zu sehr im Schulterschluss mit den politischen Eliten und übe zu wenig Druck
aus, bedauerte
Hengsbach. Bischöfe sollten verstärkt mit Menschen in unsicheren
Arbeitsverhältnissen
Kontakt halten und
nicht nur mit denen, die weit entfernt sind von der Lebenslage von
Alleinerziehenden
Arbeitslosen oder Menschen mit geringem Einkommen.
(kap 30.12.06 )
Quelle: http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=110495
Zu Weihnachten haben
die großen Kirchen zu einem stärkeren Einsatz für die Armen und Schwachen
aufgerufen. Die
Hamburger Bischöfin Maria Jepsen warb am Samstag im Deutschlandradio Kultur
dafür, dass die
Kirchen ihre Stimme angesichts der wachsenden Armut in Deutschland sehr viel
deutlicher erheben.
Besonders in Städten wie Hamburg oder Berlin werde deutlich, dass viele
Menschen es nicht
schafften, an der Gesellschaft teilzuhaben. "Insofern schwebt die Armut
wie
ein Damoklesschwert
über vielen, und viele sind schon betroffen", sagte Jepsen. Der Trierer
Bischof Reinhard
Marx warnte im Deutschlandfunk vor einer Verfestigung der Armut, die durch
Massenarbeitslosigkeit
hervorgerufen werde. Eine Gesellschaft bleibe nur dann menschlich,
wenn sie sich um die kümmere, denen es nicht so gut gehe.
23. Dezember 2006
Quelle: http://de.news.yahoo.com/23122006/286/kurzberichte-kirchen-rufen-einsatz-armut-deutschland.html