Kardinal
Meisner will Pilgerzentrum in der Südtürkei
Köln (ddp). Kardinal Joachim Meisner schlägt der
Türkei vor, als Zeichen der Religionsfreiheit und
«Beitrag zur Entspannung» ein christliches
Pilgerzentrum im südtürkischen Tarsus zu ermöglichen.
Das
sagte Meisner dem «Kölner Stadt-Anzeiger»
(Samstagausgabe) laut einem Vorabbericht. Die antike
Hafenstadt ist der Geburtsort des Apostels Paulus, zu
dessen 2000. Geburtstag im kommenden Jahr
Papst Benedikt XVI. ein internationales «Paulus-Jahr»
ausgerufen hat. «Wir Christen besitzen aber in
Tarsus
nichts», sagte Meisner. Deshalb habe er die Türkisch-Islamische Union Ditib um Unterstützung
gebeten, «dass wir dort ein Pilgerzentrum und eine
kleine Kirche bauen können».
Das wäre «ein starkes Zeichen der Verständigung und würde hier in Köln zum Ausgleich beitragen»,
sagte Meisner mit Blick auf die Kölner Moscheebau-Debatte. Er wolle «niemanden unter Druck setzen
oder gar erpressen, sondern eine Brücke bauen, damit die Dinge auch hier in Köln leichter werden».
Die katholische Kirche unterstützt Meisners Anliegen. Das katholische Büro, Vertretung der
Bischofskonferenz in Berlin, trug Meisners Initiative im Oktober der türkischen Botschaft vor, sei
damit aber «abgeblitzt», wie der Leiter des Büros, Karl Jüsten, sagte. Botschaftsrat Kemal Tüzün
bestreitet dies. Ihm seien weder die Anfrage noch das Projekt in Tarsus bekannt.
Der Ditib-Dialogbeauftragte Bekir Alboga signalisierte dagegen dem Kardinal Unterstützung und sprach
von einer «Offenheit» der türkischen Religionsbehörde Diyanet. Selbst deren Zustimmung reiche aber
in einem so «vielschichtigen» Fall «sicherlich nicht aus». Alboga schlug Meisner ein vertrauliches
Treffen vor, um das Anliegen «gemeinsam in einem Gespräch zu konkretisieren und unsere
Möglichkeiten abzuwägen, wie wir Sie unterstützen können».
14.12.07
Quelle: http://de.news.yahoo.com/ddp/20071214/twl-kardinal-meisner-will-pilgerzentrum-aea69d0_1.html