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Kritik an Predigt von Kardinal Meisner | |
| Bild: Publik Forum |
ZdK-Präsident Meyer zur Predigt von Kardinal Meisner bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 25.09.2002
(Bonn, 25. 9. 02) Zu der Predigt des Erzbischofs von Köln, Kardinal Joachim Meisner, bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 25. September 2002 erklärt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer:
Kardinal Meisner fordert einen vitalen Glauben und ruft nach dem Gottesgeist, der wie ein Sturm alles wegblasen möge, was die Stimme der Kirche und ihr prophetisches Wort relativiert. Wer wollte ihm da nicht zustimmen? Leider zieht Meisner daraus den Schluss, Strukturen, Statuten, Sekretariate und Kommissionen attackieren zu sollen. Ist ihm wirklich nicht klar, dass er damit einen beliebten und bequemen Trend des Zeitgeistes bedient, der feste Verbindungen scheut, verlässliche Verantwortung ablehnt, sich der Mühsal konkreter Arbeit in Institutionen und Organisationen entzieht und den wirklichen Dialog verachtet, weil man glaubt, sich selbst genug zu sein? Was wäre denn die Katholische Kirche in Deutschland ohne die tägliche Arbeit und das ständige Zeugnis einer großen Zahl katholischer Christinnen und Christen in den katholischen Verbänden und Institutionen? Sie wäre eine bedeutungslose Sekte, die sich in Wahrheit nur sich selbst genügen würde.
Um herauszufinden, was Kardinal Meisner eigentlich sagen will, ist es hilfreich, die ursprüngliche Fassung seiner Predigt zu kennen, in der er unter Verwendung eines dubiosen Leserbriefes voller törichter und verleumderischer Behauptungen massiv das ZdK, die katholischen Verbände und die sich in der Politik engagierenden katholischen Christen angreift und den dort Verantwortlichen geringes Glaubenswissen und darum die Unfähigkeit zu richtigen Gewissensentscheidungen unterstellt. Jeder, der diese Frauen und Männer kennt, weiß, dass sie es mit dem Erzbischof von Köln in ihrem Glaubenswissen, in ihrer Glaubenstreue und in ihrem Glaubenszeugnis getrost aufnehmen können. Dass Kardinal Meisner das nicht weiß, ist ganz wesentlich seine Schuld. Denn hier verweigert er schon seit langem den Dialog.
Kardinal Meisner hat gewiss recht, wenn er sich entschieden gegen einen selbstgezimmerten, ideologischen Glauben wendet. Nur gilt diese Warnung für jeden Christen. Und der Anfang aller Ideologie ist bekanntlich die Leugnung der Wirklichkeit.
Quelle: http://katholische-kirche.de/
27.09.2002