Die
Frage des Priesterzölibats ist nach Ansicht von Kardinal Claudio Hummes kein
unumstößliches
Dogma, sondern könnte beizeiten erneut diskutiert werden. Italienische
Zeitungen
zitierten
den neuen Leiter der Kongregation für den Klerus im Rom am Montag mit den
Worten,
das
Zölibat sei kein Dogma der katholischen Kirche, sondern eine disziplinarische
Regel. Die
Kirche
aber sei keine erstarrte Institution, sondern dem Wandel unterworfen und müsse
sich
auch
immer wieder verändern. Sollte es bezüglich des Zölibats Diskussionsbedarf
geben,
müsse
darüber erneut gesprochen werden, sagte der Brasilianer demnach. Bei seinem
Amtsantritt
am Montag betonte er allerdings, dass dieses Thema derzeit nicht auf der
Tagesordnung der Kirche stehe.
4.112.06
Quelle: http://de.news.yahoo.com/04122006/286/kurzberichte-kardinal-rom-z-libatsfrage-k-nnte-debattiert.html
Neuer Präfekt der
Klerus-Kongregation präzisiert Aussagen
04.12.06 -
Vatikanstadt (KNA) Kardinal Claudio Hummes hat seine jüngsten Äußerungen zum
Zölibat präzisiert.
Derzeit stehe die Frage des Pflichtzölibats nicht auf der Tagesordnung der
Kirchenleitung,
unterstrich der neue Präfekt der Klerus-Kongregation in einer am
Montagnachmittag vom
Vatikan verbreiteten offiziellen Erklärung.
Bei der jüngsten
Weltsynode der Bischöfe im Oktober 2005 habe die Mehrzahl der
Teilnehmer die
Auffassung vertreten, dass eine Lockerung des Zölibats keine Lösung für
den Priestermangel
wäre, so Hummes. Dessen Ursache lägen vor allem in der säkularisierten
Gegenwartskultur.
Das zeige auch die Erfahrung anderer christlicher Konfessionen, die
verheiratete
Priester oder Pfarrer zuließen.
Interview:
Kirche kann sich verändern
Der brasilianische
Kardinal hatte am Wochenende in einem Zeitungsinterview erklärt, die
verpflichtende
Ehelosigkeit für römisch-katholische Priester sei kein Dogma. Die Kirche
könne sich in wichtigen
Fragen verändern, wenn dies nötig sei. Der Ende Oktober zum
Klerus-Chef ernannte
72-jährige Franziskaner übernimmt im Vatikan die Verantwortung
für weltweit 270.000
Diözesanpriester.
Hummes erklärte, in
der Kirche sei immer klar gewesen, dass es sich bei der Verpflichtung
zur Ehelosigkeit für
Priester nicht um ein Dogma, sondern um eine Disziplinarnorm handele.
Diese gelte für die
lateinische Kirche, aber nicht für die katholischen Ostkirchen, wo es
verheiratete
Priester gebe. Ebenso sei aber klar, dass sich die Norm des Zölibats auf eine
alte Tradition
stütze und gewichtige theologisch-spirituelle sowie praktisch-pastorale
Gründe anführen könne.
Quelle: http://www.katholisch.de/2461_18955.htm