Jesuit Hengsbach befürchtet wachsende Armut

Frankfurt, 2.1.2004 (KNA). Einen Anstieg von Armut und Kinderarmut
befürchtet der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach. Schuld daran seien die
beschlossenen Änderungen in den Sozialsystemen, erklärte der Leiter des
Oswald-von-Nell-Breuning-Instituts am Freitag im Hessischen Rundfunk. Die
"so genannten Reformen" vergrößerten den Riss zwischen denen, "die am
steigenden Wohlstand teilhaben werden, und denen, die davon ausgeschlossen
sind", betonte Hengsbach. Leute würden aus dem Erdgeschoss in den Keller
gedrängt.

Der Sozialethiker plädierte dafür, "Erwerbsarbeit wieder zum Schlüssel der
gesellschaftlichen Integration" zu machen, und forderte stärkere
Investitionen des Staates etwa im Gesundheitsbereich. Auch die soziale
Marktwirtschaft müsse reformiert werden. Ganz wichtig sei, dass die
Verteilung von Vermögen "gerechter wird, als dies in den vergangenen zehn
Jahren der Fall" gewesen sei.

Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040102t163019125.htm