Jesuit Hengsbach kritisiert Ökumenischen Kirchentag

 

Berlin, 31.5.2003 (KNA). Beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) fehlen nach
Ansicht des Sozialethikers Friedhelm Hengsbach klare politischen Aussagen
zur Diskussion um die Reformpläne der Bundesregierung. Das sei bedauerlich,
sagte er am Samstag in einem Interview der Internet-Redaktion des
Kirchentags. Versäumt worden sei zudem, die Kirche als einen der größten
Arbeitgeber in Deutschland selbst zum Thema zu machen: "Wo die Kirche
Wirtschaftsmacht ist, herrscht Stille", so der Frankfurter Sozialethiker.

Scharfe Kritik äußerte Hengsbach an der Agenda 2010 der Bundesregierung. Sie
schaffe lediglich finanzielle Anreize für bereits gut Verdienende.
Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose wolle sie dagegen durch mehr Druck und
weniger Geld motivieren, Arbeit zu finden. Das Engagement der Kirchen für
die Schwächeren sei in der Vergangenheit schon stärker gewesen, so der
Jesuit.

1.6.03

Quelle: Quelle: http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwnews0.htm