Papst drückt Angehörigen der Terroropfer in London Beileid aus

Rom (dpa) - Papst Benedikt XVI. hat den Angehörigen der Opfer der Terroranschläge in London sein Beileid ausgesprochen. Er habe die Nachrichten aus Großbritannien «mit Schmerz verfolgt» und verurteile «die Attentate als unmenschliche und unchristliche Handlung», hieß es in einem Telegramm. Es war adressiert an den Erzbischof von London, Murphy O'Connor. Der Papst bitte ihn darum, den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme an ihrem Schmerz auszudrücken.

7. Juli 2005

Quelle: http://de.news.yahoo.com/050707/3/4lvvf.html

 

 

Vertreter von Christentum und Islam verurteilen Anschläge von London

Frankfurt/Main (AP) Mit Trauer und Bestürzung haben Vertreter von Christentum und Islam auf die Terroranschläge in London reagiert. Papst Benedikt XVI. verurteilte die Anschläge als «barbarische Akte gegen die Menschlichkeit» und drückte dem Erzbischof von Westminster, Cormac Murphy O'Connor, sein Mitgefühl aus. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland, die Deutschen Bischofskonferenz und der Zentralrat der Muslime verurteilten die Anschläge aufs Schärfste.

Der Papst sei sehr traurig über die Nachrichten aus London und im Geiste bei den Trauernden, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung des Vatikan. Benedikt XVI. bete für die Opfer und ihre Angehörigen.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, gab Trauer und Bestürzung Ausdruck. In einem Brief an Erzbischof Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, übermittelte Lehmann das tiefe Mitgefühl der deutschen Bischöfe und aller Gläubigen mit den Menschen, «die unschuldig zum Opfer dieser unfassbaren und unmenschlichen Gewalt wurden».

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, drückte in einem Kondolenzschreiben an den anglikanischen Erzbischof Rowan Williams sein Mitgefühl aus. «Unsere Gebete gelten den Menschen in Großbritannien, besonders den Einwohnern von London und denjenigen, die um Angehörige und Freunde bangen», schrieb Huber. Busse und U-Bahnen und damit unschuldige Menschen als Ziele ihrer Anschläge zu wählen, zeuge von der zutiefst unmenschlichen Haltung der Terroristen. «Möge das Wort des Evangeliums: 'In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden' allen Betroffenen Trost geben.»

Erschütterung und Entsetzen äußerten auch Vertreter des Islam. «Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Opfern und Hinterbliebenen», erklärte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Nadeem Elyas. Im Islam könnten die Täter keine Rechtfertigung für die «barbarischen Terroranschläge» finden, betonte Elyas. «Wer sich des Terrorismus, der Gewalt und Ermordung unschuldiger Zivilisten als politisches Mittel bedient, kann sich nicht auf den Islam berufen. Wir beten für eine friedliche Welt, die frei von Gewalt ist». Der Rat rief die Bevölkerung in Deutschland und Europa auf, nicht in Pauschalurteile über Islam und Muslime zu verfallen. Muslime sollten vielmehr als Partner gegen Terrorismus jeglicher Art in die Pflicht genommen werden.

Auch der Koordinierungsrat der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialoges in Deutschland (KCID) rief zur Besonnenheit auf. «Es ist das Ziel der Terroristen, zwischen den Menschen und Religionen Ängste zu schüren und sie gegeneinander aufzuhetzen», hieß es in einer Erklärung. «Als Muslime in Deutschland und Europa haben wir es satt, dass vermeintliche Glaubensbrüder seit nahezu vier Jahren Unheil und Schrecken unter den Menschen verbreiten. Dem müssen wir und alle Menschen guten Willens uns gemeinsam entgegenstellen», erklärte der muslimische Vorsitzende des Rates, Murat Aslanoglu, in Stuttgart.

Und die christliche Ratsvorsitzende Melanie Miehl rief dazu auf, die friedliche Mehrheit der Muslime nun nicht auszugrenzen, sondern zu stärken. «Es sind unsere Nachbarn, Arbeitskollegen und Mitbürger.»

7. Juli 2005

 

Quelle: http://de.news.yahoo.com/050707/12/4lw4q.html