Islam: Katholischer Priester in Pakistan erschossen
Islamabad (AP) In Pakistan ist ein katholischer Pfarrer erschossen
worden. Bewaffnete drangen am frühen Samstagmorgen in das Haus des Geistlichen
im Dorf Ranala Kot ein und töteten ihn, wie die Polizei mitteilte. Die Täter
entkamen offenbar unerkannt. Die Allianz der pakistanischen Minderheiten
verdächtigte islamische Extremisten. Pfarrer George Ibrahim habe mehrere
Morddrohungen erhalten, weil er sich für die Einrichtung einer katholischen
Grundschule eingesetzt habe, sagte der Vorsitzende der Allianz, Shahbaz Bhatti.
Die vor langer Zeit verstaatlichte Grundschule war von der zuständigen
Provinzregierung kürzlich an die katholische Kirche zurückgegeben worden.
Daraufhin habe Ibrahim Drohbriefe erhalten, in denen stand: «Du wirst für die
Schule bezahlen», sagte Bhatti. Er vermute, dass die Briefe von Islamisten
stammten. Die christliche Minderheit sei seit dem Angriff der USA auf
Afghanistan im Herbst 2001 schon mehrfach attackiert worden. Viele Pakistaner
assoziierten Christen mit den USA, erklärte Bhatti.
Im Oktober 2001 stürmten Bewaffnete während des Gottesdienstes eine
Kirche in der Provinz Punjab, eröffneten das Feuer und erschossen 16 Menschen.
Fünf weitere Christen wurden im März vergangenen Jahres getötet, als ein
Angreifer Granaten auf eine Kirche in Islamabad warf. Im August überfielen
Maskierte eine christliche Schule östlich der Hauptstadt und töteten sechs
Menschen. Wenig später fielen vier Krankenschwestern eines christlichen Spitals
einem Granatenangriff zum Opfer. An Weihnachten wurden drei weitere Christen in
einer Kirche von Granaten getötet.
5. Juli 2003,
Quelle: http://de.news.yahoo.com/030705/12/3ixas.html