Islam: Bischof warnt vor Hass auf Christen wegen Irak-Kriegs
wow MAINZ, 9. Januar. Die katholische Kirche hat eine zunehmende Bedrohung von Christen in islamisch geprägten Ländern durch den erstarkenden Fundamentalismus beklagt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, warnte am Donnerstag in Mainz, ein möglicher Krieg gegen Irak könne zu einer verschärften Gefährdung der Christen führen. In vielen muslimischen Gesellschaften würden Christen immer mehr als Angehörige einer als "imperialistisch gedeuteten westlichen Welt" angesehen. Der Hass gegen die US-Politik könne sich in Gewalttaten gegen christliche Minderheiten entladen. Der Kardinal zeigte sich erschrocken über die laufende Kriegsvorbereitung der USA. Ein militärischer Konflikt müsse verhindert werden.
Lehmann kritisierte die Christenverfolgung in Sudan, Iran und Saudi-Arabien, wo Muslimen, die zum Christentum konvertierten, die Todesstrafe drohe. In Nigeria habe sich die Lage durch die Einführung der Scharia in einigen Bundesstaaten verschärft. Die Gewalt gegen Christen gehe aber auch von nicht-staatlichen Gruppen aus, wie die Anschläge auf Kirchen in Pakistan zeigten. In der Osttürkei würden aramäische Christen nicht ausreichend vor privaten Banden geschützt.
Die Bischofskonferenz will künftig jedes Jahr auf die Lage verfolgter Christen in einem ausgewählten Land aufmerksam machen, in diesem Jahr ist es Vietnam. Die christliche Religionsausübung werde dort weiterhin systematisch eingeschränkt.
10.01.03