Irans Präsident
Ahmadinedschad hat die "Tilgung Israels von der Landkarte" gefordert
und eine Zerstörung des Staates durch palästinensische Anschläge heraufbeschworen.
Es ist das erste Mal seit Jahren, dass ein hoher iranischer Politiker sich
derart geäußert hat.
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Teheran · "Es
gibt keinen Zweifel: Die neue (Anschlags-)Welle in Palästina wird das Stigma im
Antlitz der islamischen Welt ausradieren", sagte Mahmud Ahmadinedschad am
Mittwoch vor tausenden Studenten. Er sprach während einer Konferenz in Teheran
mit dem Titel "Die Welt ohne Zionismus".
"Jeder, der Israel anerkennt, wird im Zornesfeuer der islamischen Nation
verbrennen", sagte der Präsident. Eine Anerkennung des jüdischen Staates
bedeute, dass man die Aufgabe und Niederlage der islamischen Welt hinnehme.
Ahmadinedschad zitierte den iranischen Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah
Khomeini. "Der Imam hatte die Ausrottung Israels prophezeiht, genauso wie
er das Ende des Ostblocks und Saddam Husseins prophezeit hatte", sagte
Ahmadinedschad laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Den israelischen
Rückzug aus dem Gaza-Streifen bezeichnete Ahmadinedschad als "Trick".
Das Gebiet habe den Palästinensern schon gehört, und durch den Abzug wolle
Israel lediglich erreichen, dass der Staat von islamischen Regierungen anerkannt
werde.
Die Forderung, Israel auszulöschen, ist Teil der iranischen Propaganda. Seit
Jahren hat sich aber kein ranghoher Politiker Irans in diesem Sinn geäußert.
Unter Ahmadinedschads Vorgänger Mohammad Khatami war diese Art der Propaganda
deutlich zurückgenommen worden. Ahmadinedschad gilt als konservativ. Seit er an
der Macht ist, geht Iran auch im Streit um sein Atomprogramm auf Konfliktkurs.
Die Bundesregierung bezeichnete die Äußerungen des iranischen Präsidenten als
"völlig unakzeptabel". .......
Quelle: Frankfurter Rundschau 27.10.05; S. 1
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/nachrichten/?cnt=747316&
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Teheran (dpa) - Iran
verschärft seine harte Gangart gegen Israel. Unbeeindruckt von heller Empörung
im Westen nach seinem Aufruf zur Vernichtung Israels verteidigte der neue
iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad seine Verbalattacken gegen den
jüdischen Staat. Gleichzeitig zogen Hunderttausende Iraner bei staatlich
organisierten anti-israelischen Massenprotesten durch Teheran und andere
iranische Städte. Sie verbrannten israelische Flaggen und skandierten Parolen
wie "Tod für Israel". Israel verlangte offiziell den Ausschluss Irans
aus der Weltgemeinschaft.
Quelle: Frankfurter Rundschau, 28.10.05