Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz 2006

 

Die Personalentscheidungen, die in Fulda gefällt wurden, zeigen an, dass im deutschen

Episkopat der Generationenwechsel voll im Gange ist. Seit dem Jahr 2000 haben drei

Erzdiözesen und acht Bistümer neue Vorsteher erhalten; zwei Bischofsstühle sind noch

vakant: Eichstätt und Görlitz. Das beginnt sich nun auf die Arbeit der Bischofskonferenz

auszuwirken.

 

Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst (57), leitet nun die Publizistische

Kommission, die sich über eine Neuordnung der katholischen Medien Gedanken machen

muss. Fürst ist auch Geistlicher Assistent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

(ZdK), das immer wieder Zielscheibe der Kritik aus Rom und aus traditionalistischen

Kreisen des heimischen Katholizismus ist, und er gehört eindeutig zum "Lehmann-Flügel".

 

An der Spitze der prestigeträchtigen Kommission Weltkirche, die bisher von dem Limburger

Bischof Franz Kamphaus (74) geleitet wurde, steht künftig der Bamberger Erzbischof

Ludwig Schick (57). Das Gremium ist zuständig für internationale Beziehungen und auch für

den interreligiösen Dialog. Der Kirchenrechtler Schick, im theologisch konservativen

Spektrum verortet, ist nun der "Außenminister" der Deutschen Bischofskonferenz.

Beobachter sahen in dieser Wahl eine strategische Entscheidung, gilt doch Schick - wie

sein Regensburger Amtsbruder Müller - als einer der Kandidaten für die Nachfolge

von Kardinal Friedrich Wetter (78) als Erzbischof von München-Freising. Spätestens

2008, so die Auguren, könnte in München ein Wechsel

 

 

30.9.06

Aus: http://www.welt.de/data/2006/09/30/1055019.html