Die
Personalentscheidungen, die in Fulda gefällt wurden, zeigen an, dass im
deutschen
Episkopat der
Generationenwechsel voll im Gange ist. Seit dem Jahr 2000 haben drei
Erzdiözesen und acht
Bistümer neue Vorsteher erhalten; zwei Bischofsstühle sind noch
vakant: Eichstätt
und Görlitz. Das beginnt sich nun auf die Arbeit der Bischofskonferenz
auszuwirken.
Der Bischof von
Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst (57), leitet nun die Publizistische
Kommission, die sich
über eine Neuordnung der katholischen Medien Gedanken machen
muss. Fürst ist auch
Geistlicher Assistent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
(ZdK), das immer
wieder Zielscheibe der Kritik aus Rom und aus traditionalistischen
Kreisen des
heimischen Katholizismus ist, und er gehört eindeutig zum
"Lehmann-Flügel".
An der Spitze der
prestigeträchtigen Kommission Weltkirche, die bisher von dem Limburger
Bischof Franz
Kamphaus (74) geleitet wurde, steht künftig der Bamberger Erzbischof
Ludwig Schick (57).
Das Gremium ist zuständig für internationale Beziehungen und auch für
den interreligiösen
Dialog. Der Kirchenrechtler Schick, im theologisch konservativen
Spektrum verortet,
ist nun der "Außenminister" der Deutschen Bischofskonferenz.
Beobachter sahen in
dieser Wahl eine strategische Entscheidung, gilt doch Schick - wie
sein Regensburger
Amtsbruder Müller - als einer der Kandidaten für die Nachfolge
von Kardinal
Friedrich Wetter (78) als Erzbischof von München-Freising. Spätestens
2008, so die
Auguren, könnte in München ein Wechsel
30.9.06
Aus: http://www.welt.de/data/2006/09/30/1055019.html