HARTZ IV - DIE NEUEN REGELN

 

Weniger vom Staat

 

Von 2005 an gelten für rund 2,6 Millionen Menschen, die von staatlicher Unterstützung leben, neue Regeln. Die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe für Erwerbsfähige werden :um neuen Arbeitslosengeld II zusammengelegt. Für viele Betroffene verschlechtert sich die Finanzlage. Das gilt vor allem für Empfänger von Arbeitslosenhilfe, deren Unterstützung bisher noch an die Höhe ihres früheren Einkommens geknüpft ist. Das Arbeitslosengeld II dagegen basiert auf monatlichen Regelsätzen von bis zu 345 Euro.

 

Zudem ändern sich die Hilfen für Miete und Heizung sowie die Regeln, nach denen Familienangehörige berücksichtigt werden. Außerdem gelten für eigene Ersparnisse großzügigere Richtlinien a1s etwa bei der heutigen Sozia1hilfe - auch ein Auto dürfen die Bezieher von Arbeitslosengeld II besitzen, im Gegensatz zu vielen heutigen Sozia1hilfeempfängern. Wie unterschiedlich die Veränderungen im Einzelfall aussehen, illustrieren drei Beispiele (berücksichtigt sind Kindergeld und Kinderzuschläge, Wohngeld und Heizungszahlungen; Berechnungen der Stadt und der Arbeitsagentur München):

 

Eine vierköpfige Familie:

Sozia1hilfeempfänger ohne Arbeit, Kinder 7 und 12 Jahre alt

bisher monatlich:          1420,50 Euro

künftig:                         1339,00 Euro

Differenz:                     -81,50 Euro

 

Ein Ehepaar:

45-jahriger Metallfacharbeiter, mittlere Lohngruppe, 32-jahrige Fachverbkäuferin, beide waren 10 Jahre beschäftigt und erhalten nun Arbeitslosenhilfe

bisher:             1507,00 Euro

künftig:             1314,00 Euro

Differenz:         -193,00 Euro

 

Eine Alleinerziehende:

Sozia1hilfeempfängerin mit zwei 14-jahrigen Kindern

bisher:              1129,40 Euro

künftig:             1071,70 Euro

Differenz:         -57,70 Euro

rud

 

DIE ZEIT, 17.6.04, S. 21